Muslimwelt

Wissen schafft Frieden

Die Medienmacher – wie sie den Islam entstellen(Teil II)

Posted by muslimwelt - März 25, 2008

Stellungnahme des IZDBs zum Bericht „Imame als Sozialarbeiter“ in der Sendung Frontal 21 vom 11. März 2008

 

In dem Bericht wurden gegen das IZDB verschiedene Vorwürfe erhoben, zu denen wir hier Stellung nehmen:

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(1) Das IZDB wird als eine Einrichtung eingestuft, welche die Grundlagen der deutschen Gesellschaft nicht akzeptiere. Grundlage für diese Einschätzung ist nicht die Arbeit des IZDBs, sondern ein einziger Satz aus einem einzigen Buch aus dem umfangreichen Sortiment des Buchladens.

 

(2) Einem Imam des Zentrums, Ferid Heider, wird extremes Gedankengut unterstellt – wiederum nicht auf Grundlage seiner Arbeit, sondern durch verschiedene suggestive Kommentare, die ihn u.a. mit der Rechtfertigung von Selbstmordattentaten in Verbindung bringen.

 

 

Zu (1):

Das IZDB fühlt sich selbstverständlich dem Grundgesetz und dem Gedanken der Demokratie verpflichtet. Eines seiner Ziele ist die Befähigung muslimischer Männer, Frauen und Jugendlicher, sich produktiv in die Gesellschaft einzubringen. Zu diesem Zweck arbeitet das IZDB seit mehreren Jahren mit verschiedenen Einrichtungen, wie Schulen, Kirchen, der Polizei, dem Quartiersmanagement u.a. vertrauensvoll zusammen. (Ein Beispiel ist die Veranstaltung „Gewaltfreie Jugend“, die nur im Bild gezeigt, aber nicht beschrieben wurde.) Das IZDB realisiert verschiedene soziale Projekte, z.B. um muslimischen Frauen den Einstieg in den Beruf zu ermöglichen.

 

Diese erfolgreiche Arbeit darf nicht in Misskredit gebracht werden, weil in einem Buch ein Satz steht, dessen Inhalt vom IZDB nicht getragen wird. Es ist selbstverständlich, dass nicht alle Meinungen, die Maududi im vorigen Jahrhundert in Indien vertreten hat, von den Muslimen in Deutschland im 21. Jahrhundert geteilt werden. Darauf, dass man mit bestimmten Autoren differenziert umgehen muss, hat Ferid Heider in dem Beitrag auch hingewiesen.

 

Zu (2):

Ferid Heiders erfolgreiche Arbeit mit muslimischen Jugendlichen, sowie sein Einsatz gegen Extremismus ist bekannt und bereits ausführlich dokumentiert:

 

http://www.tagesspiegel.de/berlin/;art270,2092595

http://www.goethe.de/ges/rel/thm/cid/de1743966.htm

http://zeus.zeit.de/schule/pdfs/Islam.pdf

http://www.deinkiez.de/easytool/index/8594/

http://www.islamische-zeitung.de/?id=9710

 

Ihm werden in dem Bericht Meinungen unterstellt, die er nicht geäußert hat. So wird etwa seine Erläuterung „es geht einfach darum, dass man sich halt vor bestimmten, aus islamischer Sicht Sünden schützt (…)“ dahingehend interpretiert, dass der zuvor erwähnte Kinobesuch eine Sünde darstelle. Gemeint sind jedoch vor- und außereheliche sexuelle Kontakte – eine Meinung, die etwa auch von der katholischen Kirche vertreten wird, ohne dass man diese als den Grundwerten der Gesellschaft feindlich gesinnt einstufen würde.

 

Durch die Kette Chateau Chinon – Muslimbruderschaft – Yusuf al-Qaradawi wird ein Zusammenhang zwischen dessen Rechtfertigung von Selbstmordattentaten in Palästina und Ferid Heider hergestellt („So wird es in Chateau Chinon gelehrt.“). Inhalt der Ausbildung in Chateau Chinon sind jedoch die Grundlagen der 1400 Jahre alten islamischen Wissenschaften und nicht aktuelle Tagespolitik. Ferid Heider teilt diese Meinung nicht.

 

Unsere Einschätzung des Berichts

Die AutorInnen des Berichts haben die tatsächliche Arbeit der dargestellten Personen und Vereine bewusst ignoriert und durch eine einseitige Auswahl der Expertinnen die negative Tendenz des Berichts von vorneherein festgelegt. So offenbart sich die generell anti-religiöse Einstellung der „Expertin“ Claudia Dantschke, wenn sie es mit den Grundwerten der Gesellschaft nicht für vereinbar hält, dass Menschen sich an göttliche Gesetze halten wollen. Sie verwechselt offensichtlich die Gebote und Verbote, die aus dem Koran und dem Beispiel des Propheten hervorgehen, mit Gesetzen. (Zu diesen Geboten gehört übrigens, dass sich Muslime der Gesetzgebung des jeweiligen Landes, in dem sie leben, verpflichtet fühlen.) Nach dieser Logik hätten auch Christen, die für sich die 10 Gebote als verbindlich ansehen, eine antidemokratische Einstellung. Es scheint offensichtlich ein Ziel von Claudia Dantscke zu sein, religiös orientierte Menschen in der Gesellschaft zu marginalisieren.

 

Ziel des Beitrages scheint es zu sein, die erfolgreiche Arbeit im integrativen und sozialen Bereich von muslimischen Vereinen wie dem IZDB zu untergraben. Auf diese Weise soll offensichtlich auf die Behörden, die mit dem IZDB kooperieren, Druck ausgeübt werden, diese Zusammenarbeit aufzugeben. Aus diesem Grund wurde auch der Innensenator Ehrhart Körting kritisiert, der im Unterschied zu den AutorInnen und Expertinnen der Sendung, in der Lage ist, eine differenzierte Bewertung muslimischer Organisationen vorzunehmen.

 

Frontal 21 ist bereits mehrfach durch Stimmungsmache gegen muslimische Organisationen aufgefallen, wobei auch eindeutige Falschdarstellungen vorgekommen sind. So musste das ZDF nach einer gewonnen Klage des Vereins Inssan eine Gegendarstellung zu einem zuvor in Frontal 21 gesendeten Beitrag über Inssan senden. Bei dem Beitrag „Imame als Sozialarbeiter“ handelt es sich um einen weiteren Versuch, eine muslimische Organisation in ein schlechtes Licht zu rücken. Wir vertrauen darauf, dass unsere Partner in der Gesellschaft uns durch die gemeinsame Arbeit besser kennen gelernt haben und sich daher durch dieses Beispiel tendenziöser Berichterstattung nicht irritieren lassen.

 

 

Das IZDB

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