Muslimwelt

Wissen schafft Frieden

Steck nicht deinen Kopf in den Sand…

Posted by muslimwelt - Januar 10, 2008

gib deiner Meinung eine Stimme, denn dein Schweigen unterstützt die Ungerechtigkeiten.
Wehre dich!!!

 

programme-middlecolumn-0009-imagemiddlecolumntextimage.gif“Der Leserbrief”

Salam aleikum, dies ist für die Leute gedacht, die sich dermaßen über die Medien ärgern, weil sie ein falsches Bild des Islams vermitteln. Kennt ihr sicherlich schon alle! Ich möchte nur kurz aufzeigen, was man dagegen tun kann, denn es ist unsere PFLICHT!!! Aber vorab möchte Aufzeigen, wie die Medien arbeiten. So wie ich das selbst mitbekommen habe. Erst einmal möchte ich mit einem Hadith beginnen und anschließend eine Lösung – soweit es geht – in Anspruch nehmen bzw. vorschlagen. Ich bitte Euch daher, um Eure tatkräftige Mithilfe.

Abu Said Al-Khudhri hat gesagt: Ich hörte Allahs Gesandten s.w.s sagen: Wer von euch etwas zu Verabscheuendes sieht, soll es mit seiner Hand verändern, und wenn er dies nicht vermag, so soll er es mit seiner Zunge verändern, und wenn er das nicht vermag, dann mit seinem Herzen, und dies ist das Mindeste am Glauben. Dies überlieferte Muslim.

Das Bild des Islam in den Massenmedien

Die audio-visuellen Massenmedien (Hörfunk, Fernsehen) und die Printmedien (Zeitungen, Schul-, Fach-, Sachbücher usw.) spielen in Deutschland eine sehr wichtige Rolle. Sie sind mittlerweile die vierte Gewalt im Staat und haben mehr Einfluss als Politiker und Parteien bei der Meinungsbildung in der Bevölkerung. Sie sind Meinungsmacher und Multiplikatoren und tragen in dieser Funktion wesentlich dazu bei, die kollektiven Vorurteile gegen den Islam zu verstärken und das Feindbild ISLAM zu untermauern bzw. aufzubauen.

Die Massenmedien haben industrielle Ausmaße angenommen, man spricht hier wie der Thread schon sagt von einer BEWUSSTSEINSINDUSTRIE (BWI) Medien, die zur Schlüsselindustrie des 21. Jahrhunderts geworden ist. Das Hauptmerkmal dieser BWI ist die Produktion von Meinungen und Urteilen zur Stabilisierung von Herrschaftsverhältnissen und Vorurteilen. Die Möglichkeiten der Manipulation liegen in der Auswahl der Nachrichten und in der Gestaltung der Aussage.

Was das Feindbild ISLAM betrifft, findet man beispielsweise äußerst selten positive Nachrichten über den “Feind” Islam oder negative Nachrichten über den “Freund” (den nicht-islamischen Rest der Welt). Eine weitere Möglichkeit der Manipulation besteht im TOTSCHWEIGEN von Aussagen, die gegen das gewünschte Feindbild oder Freund-Feind-Schema sprechen.

Eine Erfahrung habt ihr sicherlich schon alle gemacht: Das Meinungsbild (Vorurteile sind hier mit gemeint) dieser Bevölkerung findet man in unterschiedlichen Situationen (Schule, Arbeitsplatz, Freunde, fast das ganze soziale Umfeld). Egal welcher dieser Situationen wir betrachten. Eins haben sie alle gemeinsam. Wir finden die Medien als zentrale Informationsquelle. Die Gefahr der Manipulation sind somit Tür und Tor geöffnet. Die Fragen die immer an uns gestellt werden, – sind immer die gleichen – spiegeln das Bild des Islams in den Köpfen unserer nicht-muslimischen Mitbürger zeugen von einer erschreckenden Unwissenheit über den Islam, egal wie das Bildungsniveau des Fragestellers ist – können nie befriedigend beantwortet werden, denn Vorurteile kann man mit Argumenten so einfach nicht entkräften, was die meisten von Euch sicher schon in Diskussionen festgestellt haben werden. Ein Beispiel: egal wie du argumentierst, dann kommt so was: JA, aber… nach dem ein Muslim ausführlich auf alle Fragen eingegangen ist. Um diesen Kreislauf inschallah endlich zu durchbrechen, ist es wichtig zu wissen, an welcher Stelle dies am effektivsten geschehen kann, nämlich die Meinungsmacher.

Unsere Pflicht und Aufgabe als Muslime ist es, die öffentliche Meinung über den Islam grundlegend zu ändern. Das können wir nur, wenn wir anfangen, auf die Meinungsmacher Einfluss zu nehmen und uns gleichzeitig auf der Ebene der Nachrichtenauswahl und Meinungsbildung etablieren. Wir Muslime müssen uns auf diesem Sektor emanzipieren und uns von einer schweigenden Minderheit zu einem ernstzunehmenden Partner der Massenmedien entwickeln. Um gegen den Meinungsmachern in Deutschland zu demonstrieren, dass die Muslime in diesem Land nicht mehr bereit sind, sich als Spielball der Medien missbrauchen zu lassen gibt es folgende Vorschläge, um aktive zu werden. – Ständige Kontrolle der Veröffentlichung über dem Islam (Zeitschriften, Internet usw.) – Massive und massenhafte Proteste gegen Falschdarstellung (z.B. Leserbriefe) Das wichtigste und äußerst effektivste Instrument, ist der Leserbrief. Er gibt jedem Einzelnen unter uns, die Möglichkeit, mit legalen Mitteln einen direkten Einfluss auf die Meinungsmacher auszuüben. Gleichzeitig zeigt ein von einem Muslim geschriebener Leserbrief der Öffentlichkeit, dass wir Muslime uns durchaus als mündige Staatsbürger verstehen und von unseren Rechten Gebrauch machen.

Dazu noch eine kleine Information

Die Zeitungsredaktionen unterscheiden bei den Leserbrief-Schreibern zwei Gruppen: Die erste Gruppe sind die sog. Ständigen Schreiber, verkannte Schriftsteller, Querulanten und profilierungssüchtige Angeber. Die Briefe dieser Autoren werden nur sehr selten veröffentlich und sicher auch nicht ernst genommen. Die zweite Gruppe ist für die Medien sehr interessant und wichtig. Das sind Leser, die einmalig ihre persönliche Betroffenheit zu einem Problem äußern. Diese Briefe werden meist veröffentlich und von den Redaktionen auch gelesen und ernst genommen. Um unsere Arbeit möglichst wirkungsvoll zu gestalten, ist es sehr wichtig, dass wir als Leserbrief-Schreiber immer in der zweiten Gruppe bleiben.

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Textformulierungen

Bitte denkt daran:

Gute Sprachkenntnisse, Kenntnis der Rechtschreibung oder korrekte Grammatik sind bei einem Leserbrief nicht so wichtig. Wichtig vor allem ist der INHALT des Leserbriefes!

Man muss erkennen, dass der Schreiber sich geärgert hat, sich diskriminiert fühlt, betroffen ist!

Beispiele Leserbrief Nr. 1

Sehr geehrte Damen und Herren,

trotz der so genannten Pressefreiheit in Deutschland beleidigt ihr Artikel die religiösen Gefühle sehr vieler Menschen. Das Ausmaß dieser Beleidigungen ist nur nachvollziehbar, wenn man sich vorstellen würde, dass z. B. über die amerikanische, Kriegstreiber als “christliche Fanatiker” berichten würde.

Allgemein möchte ich einmal zum Ausdruck bringen, dass nach wie vor der Islam und die Muslime (auch in Ihrer Zeitung) mit Verachtung und Intoleranz dargestellt werden. Die Medien dürfen nicht die Aufgabe haben, in Namen der Freiheit (Pressefreiheit) zu untermauern oder aufzubauen. Ich hoffe, dass Sie sich bald Ihrer Verantwortung als Meinungsmacher bewusst werden und solche Entgleisungen in Zukunft vermeiden.

Beispiele Leserbrief Nr. 2

Sehr geehrte Damen und Herren,

Ich beziehe mich auf Ihren Bericht……”…” vom…….

Unter dieser Schlagzeile bringen Sie einen Bericht, in dem es von Vorurteilen, Verzerrungen und Falschdarstellungen über den Islam und die Muslime nur so wimmelt. Mit diesem Zerrbild diskriminieren Sie tausende friedliche MitbürgerInnen und setzen sie ziemlich “unchristlichen Reaktionen” ihrer Umgebung aus.

Was ich an Ihrem Artikel vermisse, ist eine strikte Unterscheidung zwischen Glaubensinhalten und der Glaubenspraxis des Islam einerseits und dem Fehlverhalten von Menschen / Politikern / Regierungen anderseits. Mit dieser Art von Meinungsmache tragen Sie nicht zu einer objektiven Information bei, sondern Sie bauen ein Feindbild auf, unter dem die hier lebenden Muslime zu leiden haben.

Mit gemischten Gefühlen grüßt sie

Beispiele Leserbrief Nr. 3

Sehr geehrte Damen und Herren,

Als BürgerIn dieses demokratischen Rechtsstaates und VerfechterIn der Menschenrechte protestiere ich mit aller Schärfe gegen den Artikel “…..”.

Das Verbreiten von Halbwahrheiten, Verzerrungen und sachlich falsche Darstellungen untergraben die mühsam aufgebaute interreligiöse Zusammenarbeit und die interkulturelle Kommunikation in dieser Republik.

Durch Ihre sorglose Unterstellung, der Islam sei”….. verstärken Sie unterschwellig vorhandene Vorurteile und machen sich somit zu Handlangern von Rechtsradikalen. Um nicht als Schreibtischtäter Mitverantwortung tragen zu müssen für die Eskalation der Gewalt gegen Fremde und Andersgläubige, sollten Sie in Zukunft zuerst denken und dann schreiben!

Wer Gleichberechtigung und Achtung der Menschenrechte für alle fordert, darf nicht mit zweierlei Maß messen und Andersgläubige von diesen Forderungen ausschließen.

Trotz der Demütigung und Diskriminierung in Ihrem Artikel werden wir weiterhin nach den Regeln unseres Glaubens handeln:

ISLAM BEDEUET FRIEDEN MACHEN MUSLIM IST EIN MENSCH, DER FRIEDEN MACHT

Als Muslim grüße ich sie mit dem islamischen Gruß AS-SALAMU ALAIKUM, Friede sei mit Ihnen.

Beispiele Leserbrief Nr. 4

Sehr geehrte Redaktion,

seit zehn Jahren lebe ich in der BRD. Mit Enttäuschung muss ich feststellen, dass das Zusammenleben von Muslimen mit den Nichtmuslimen Tag für Tag schwerer wird. Und dazu muss ich auch noch feststellen, dass dabei die Medien eine große Rolle spielen. Die falsche Berichterstattung im Fernsehen, die negative Information durch das Radio und die unsachliche und subjektive Artikel in den Zeitungen sind zum größten Teil verantwortlich für das Schüren von Gewalt und Diskriminierung gegen Ausländer, besonders Muslimen. Auch Ihr Artikel gehört zu diesen unsachlichen und subjektiven Artikeln, die den Fremdenhass fördern und verbreiten! Mit diesem Brief möchte ich meine Empörung zeigen.

Beispiele Leserbrief Nr. 5

An die Verantwortlichen dieser ungeheuerlichen Beleidigung unserer islamischen Freunde und Nachbarn, Kollegen und Mitschüler.

Der ganze Inhalt ist NICHT UNSERE MEINUNG!

In einer Zeit, in der man in nur 4 Flugstunden im Nahen Osten sein kann, werden die modernen Kreuzzüge ohne Aufmarsch großer Armeen bequem von REDAKTEURSCHREIBTISCH aus geführt. Jeder noch so mittelmäßige Schreiber ein neuer Barbarossa. Aber Vorsicht, dieser hat es damals, wie viele seiner Kollegen nicht geschafft und liegt immer noch begraben in einem Flussbett.

Haben wir Deutsche denn überhaupt nichts gelernt aus unserer Vergangenheit?

Es ist erschrecken, mit welcher Selbstverständlichkeit das Vokabular des Dritten Reiches wieder salonfähig geworden ist, sogar in seriösen Tageszeitungen.

Ich kann nur zu Gott beten, dass Leute wie Sie nie wieder die Mehrheit in unserem Land stellen und dass unsere islamischen Mitbürger niemals das Schicksal unserer jüdischen Mitbürger erleiden müssen.

Wehret den Anfängen!

Ein sehr enttäuschter deutscher Leser.

Wa Alaikum Salam

Way-to-Allah.com

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3 Antworten to “Steck nicht deinen Kopf in den Sand…”

  1. Niclas said

    Assalamu Alaykum!

    Es ist richtig, dass Leserbriefe ein gutes Instrument sind, da sie durchaus ein Thema in Redaktionen sind und Leserbriefseiten zu den meist gelesenen Seiten in Zeitungen gehören (nach den Lokalseiten).

    Auch wenn obige Beispiele natürlich abstrakt sind, möchte ich davor warnen, Leserbriefe in einem derartigen Tonfall zu schreiben.
    Es ist zielführender sein Missfallen so sachlich und argumentativ wie möglich darzulegen, als mit der verbalen Empörungskeule zu kommen.

    Kein Wort ist mächtiger und vereinnahmender, als jenes welches falsche Darstellungen derartig seziert, dass man gar nicht mehr betonen muss, dass die Darstellung ein Skandal etc. ist, sondern es aus den Argumenten hervorgeht.

    Wer Recht hat, hat die Argumente auf seiner Seite und braucht nicht die lauten Worte.

  2. jaene said

    sie wollen mit formschreiben die medien beeinflussen? hallo? wie wäre es wenn sie WIRKLICH stellung nehmen würden. viele warten darauf, dass sich muslime äussern. aber nicht mit vorgeschriebenen mustern. die sagen NICHTS aus.

  3. Freund von Antidiskriminierung said

    Der Bruder meines Freundes wird in der Berufsschule (in NRW) von Lehrkräften diskriminiert. Der Lehrer macht Aussagen wie „Hier stinkt es nach Ziege“ oder „Hitler hätte noch viel mehr mit euch machen müssen“ oder „Die sollen nach hause und ihre Kamele reiten“. Ausserdem hat ein anderer Lehrer ihn des Diebstahls beschuldigt und hat körperliche Gewalt an ihm ausgeübt, so dass er sogar Hämathome hatte.
    Leider geht die Schulleitung den Vorwürfen nicht so nach, wie sie es nach dem Schulgesetz sollte. Nämlich an erster Stelle den Schutz der Schüler gewährleisten und nicht die Sache unter den Tisch kehren. Ausserdem werden Schüler die die Vorfälle bezeugen können vom Direktor beinflusst. (ich will hier nicht den Ausdruck „unter Druck gesetzt“ verwenden.)
    Leider sind die Medien an solchen Vorfällen nicht sonderlich interessier. Es geht ja auch in die andere Richtung als die aktuelle Berichterstattung, in der ausländische Jugendliche der Gewalt beschuldigt werden.
    Kann mir jemand sagen an welche Stellen ich mich wenden kann, damit zum einen dieser verantwortunglose Lehrer suspendiert wird und somit weitere Diskriminierungen und gewalttätige Unterweisungen verhindert werden. Und zum anderen finde ich, hat auch die Öffentlichkeit ein Recht, dass die Medien auch solche unhaltbaren Umstände an Schulen in Deutschland der breiten Öffentlichkeit zugänglich macht damit man sehen kann, dass auch umgekehrt noch viel Arbeit zu leisten ist…
    Auch manche schulischen Leistungen des Schülers sind meiner Meinung nach viel zu schlecht bewertet worden was sich in seiner Note niederschlägt. Kann man dagegen vorgehen? Wenn ja, wie?

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