Muslimwelt

Wissen schafft Frieden

Die Wunder Jesu (Frieden sei mit ihm)

Posted by muslimwelt - Dezember 18, 2007

Resit Haylamaz – Wie definiert man ein Wunder? Hier ein Versuch: Ein Wunder ist ein außergewöhnliches Ereignis, das unter normalen Umständen nicht stattfinden könnte; ein Ereignis, das Gott durch Seine Repräsentanten auf Erden, die Propheten, Realität werden lässt, um zu beweisen, dass diese tatsächlich die Wahrheit sprechen. Eigentlich sind die Propheten genauso zerbrechlich und schwach wie alle anderen Menschen auch, bei Gott hingegen liegt alle Macht und Stärke. Insofern demonstriert ein Wunder also, dass derjenige, der es vollbringt, nicht allein handelt, sondern von Gott, dessen Gesandter und Repräsentant er ist, unterstützt wird. Alle Propheten – und nur sie – wurden in die Lage versetzt, Wunder zu vollbringen. Gewöhnlichen Menschen ist dies nicht möglich. Die Wunder der Propheten sollen es den Menschen leichter machen, zu glauben und ewige Glückseligkeit zu erlangen.

Menschen, die nach einem Wunder verlangten, es bekamen, aber trotzdem nicht glauben wollten, erging es in der Regel schlecht. Dafür liefert der Koran eine Reihe von Beispielen, wenn er uns von Propheten der Vergangenheit und ihren Stämmen berichtet. Die Wunder der Propheten waren wichtige Prüfungen, bei denen die Menschen unter Beweis stellen konnten, dass sie einen wachen und gesunden Geist besitzen, der die Zeichen Gottes erkennen kann.

Die von den Propheten gewirkten Wunder haben den Augenzeugen und Involvierten niemals einen bestimmten Standpunkt aufgezwungen. Niemand wurde je durch ein Wunder zum Glauben gezwungen. Immer waren die Wunder so angelegt, dass die Anwesenden mit Hilfe ihres freien Willen entscheiden konnten, ob sie tatsächlich Zeugen eines Wunders geworden waren. Sie sollten sich selbst eine Meinung bilden und zu eigenen Schlussfolgerungen gelangen können. Verantwortung wird in der Religion immer nur bei jenen eingefordert, die mit Intelligenz und Willensfreiheit ausgestattet sind. Wer diese nicht vorzuweisen hat (wie z.B. Tiere oder Pflanzen), kann nicht für sein Handeln verantwortlich gemacht werden. Wenn Wunder also absolut eindeutig wären und gar keinen Zweifel zuließen – würde man z.B. den Schriftzug ‚Gott existiert!‘ klar und deutlich in den Sternen lesen können -, wären sie schwerlich mit unserem Menschsein in Einklang zu bringen. Gute Menschen könnten sich dann nicht länger von schlechten Menschen abheben und sich ihnen gegenüber auszeichnen. In diesem Fall ständen die Menschen auf der gleichen Stufe wie alle anderen Geschöpfe. Auch sie wären dann nichts anderes als Reisende, denen ein bestimmter Weg zwingend vorgegeben ist.

In erster Linie sollten die Wunder den Menschen also Zeichen geben. Sie luden sie zum Glauben ein, indem sie ihnen etwas gaben, was sie mit ihrem freien Willen entweder akzeptieren und glauben oder ablehnen und verleugnen konnten. Doch die Wunder hatten auch noch eine andere Funktion. Mit ihnen zeigt uns Gott die Grenzbereiche von Wissen und Technik auf, in die der Mensch irgendwann einmal vordringen kann. Der Unterschied zwischen einem Wunder und technologischen bzw. wissenschaftlichen Fortschritten liegt darin, dass die Wunder von den Propheten ohne jedes Hilfsmittel vollbracht wurden. Gewöhnliche Menschen können ähnliche Leistungen nur dann vollbringen, wenn sie sich der erzielten technologischen und wissenschaftlichen Fortschritte bedienen und diese optimal einsetzen.

Die besonderen Eigenschaften der Propheten
Jeder auserwählte Mensch, der von Gott mit einer heiligen Mission betraut wurde (wie z.B. mit der Befreiung der Menschheit aus der Unwissenheit), wurde von Wundern unterstützt und mit einer Botschaft ausgestattet, die sich an das Volk richtete, welches Zeuge seiner Wunder wurde.

Der Koran, der ja die Intelligenz und den freien Willen des Menschen anspricht, erwähnt viele jener Wunder, die von Propheten vollbracht wurden. Sie alle hier aufzuführen, würde den Rahmen sprengen. Dennoch möchte ich einige von ihnen vorstellen, um dann später explizit auf die Wunder Jesu einzugehen.

Im Allgemeinen beschränken sich Wunder auf jene kurze Zeitspanne, in der sie gewirkt wurden. Eine Reihe von Wundern, die der letzte Prophet vollbracht hat, behalten hingegen ihren Wundercharakter bei und sind zeitlos. Ein Beispiel ist das Wunder des Koran. In dem Umfeld, in dem er offenbart wurde, wurde dem Wort eine ganz besondere Bedeutung zugemessen. Insofern stellte dieses Buch ein Wunder dar, das es vorher so niemals gegeben hatte. Bis heute ist diese Offenbarung niemals übertroffen worden, und bis zum Ende der Zeit wird sie auch niemals übertroffen werden – was ja ebenfalls als ein (permanentes) Wunder zu betrachten ist.

Jedem Propheten wurden Wunder ermöglicht, die der Interessenlage der Menschen seiner Zeit entsprachen. Da die Zauberei zu Lebzeiten Mose hoch im Kurs stand, ließ Moses z.B. Dinge verschwinden, die irgendwelche Zauberer modelliert hatten. Oder er stach diese Zauberer aus, indem er bewies, dass er über größere Fähigkeiten verfügte als sie. Weil sich zu Zeiten Jesu die Medizin höchster Wertschätzung erfreute, hatten ein großer Teil seiner Wunder mit Heilungen und medizinischen Erkenntnissen zu tun. Diese Vorgehensweise hob die Propheten aus der Masse jener Menschen, an die sie sich wandten, hervor. Indem sie sich einer Sprache bedienten, die verstanden wurde, gelang es ihnen, Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen und ihren Stimmen leichter Gehör zu verleihen.

Wenn man akzeptiert, dass die Wunder der Propheten die Grenzen von Wissenschaft und Technik neu definieren, bekommen einige Wunder ganz neue Aspekte: Wenn wir beispielsweise lesen, dass Salomo auf dem Wind ritt und zwischen Morgen und Abend eine Entfernung zurücklegte, für die man normalerweise einen ganzen Monat brauchen würde, deutet dies eindeutig darauf hin, dass sich auch noch so große Entfernungen überbrücken lassen, indem man sich den Wind zu Nutze macht. In diesem Wunder steckte also bereits damals schon die Aussage, dass sich der Mensch einst den Wind nutzbar machen und Verkehrsmittel (Flugzeuge, Raketen und andere Fortbewegungsmittel) konstruieren würde, mit denen er in einer kurzen Zeit weite Strecken reisen kann. Als Moses Wasser aus dem Boden quellen ließ, indem er ihn mit einer Rute berührte, beinhaltete dies, dass der Mensch von den Schätzen, die Gott im Erdboden verborgen hat, profitieren kann. Die eigentliche Botschaft hinter Wundern dieser Art lautet: Der Mensch sollte dem praktischen Vorbild der Propheten folgen und Fortschritte dadurch erzielen, dass er aus seinem ererbten Wissen Nutzen zieht und von seiner Intelligenz profitiert.

Die Offenbarungsschriften, die Gott uns hat zukommen lassen, verfolgen mehr als nur ein Ziel. Jedes der Worte Gottes trägt gleich mehrere Bedeutungen. Und entsprechend verfügt auch jede Handlung Gottes (wie z.B. das Gestatten von Wundern) über vielerlei Aspekte, die von den Menschen wahrgenommen und weitererzählt werden sollen. Die Aufgabe von uns, die wir heute leben, besteht darin, die Sprache der Wunder zu entziffern und uns darüber klar zu werden, wie wir die Botschaften dieser Wunder für den Fortschritt von Wissenschaft und Technik nutzen können.

Die Wunder Jesu
Jesus war ein Prophet, und den Lehren des Koran zufolge nimmt er vor Gott einen besonderen Platz ein. Er ist einer der fünf bedeutendsten Propheten, die ‚Meister der Bestimmung‘ genannt werden. Wenn wir uns die geographischen, ethnischen, sozialen und politischen Strukturen, in die er hineingeboren wurde, und die Menschen zu denen er gesandt wurde, einmal genauer anschauen, werden wir erkennen, dass seine Zeitgenossen sehr materialistisch eingestellt waren. Sie glaubten ausschließlich an das, was sie mit eigenen Augen sehen konnten, und waren, was ihre Stammesbeziehungen betrifft, starrköpfig und eigensinnig. Vor diesem Hintergrund erscheint uns der Prophet Jesus noch verehrungswürdiger. Die Menschen damals erwarteten Wunder von ihm, als seien diese das Selbstverständlichste auf der Welt. Erwarten ist wahrscheinlich noch viel zu milde ausgedrückt. Im Koran erfahren wir von ihren Forderungen an ihn und lesen, welchen Druck sie auf Jesus ausübten. Und Jesus kam ihrem Drängen durchaus nach. Er wirkte eine Reihe von ganz außergewöhnlichen Wundern: Er erweckte Tote zum Leben, heilte Blinde und Leprakranke, hauchte einem Vogel aus Ton Leben ein, schilderte detailliert, was sich in den Häusern von bestimmten Leuten befand, und brachte ein Festmahl vom Himmel herab.

Das Leben Jesu ist von Anfang bis Ende ein Wunder. Seine Geburt von einer Frau, die sich ganz dem Leben im Tempel verschrieben hatte; sein Existentwerden als ein Geist Gottes, und das, obwohl er keinen leiblichen Vater hatte; sein Sprechen in der Wiege und seine Erhebung in den Himmel. Außerdem wurde die frohe Kunde, dass er ein Prophet sein würde, schon vor seiner Geburt gegeben. Auch sein Name war schon vor seiner Geburt von Gott verkündet worden. (3:46) Aber: Weil sich all diese Dinge ereigneten, noch bevor er sein ‚Amt‘ als Prophet überhaupt antrat, handelt es sich hierbei nicht um Wunder im eigentlichen Sinne des Wortes. Vielmehr betrachtet man sie als Zeichen, die auf seine Position und Bedeutung vor Gott hinweisen sollten.

Die Empfängnis und die Geburt Jesu sind ein einmaliges Ereignis in der Geschichte der Menschheit, vergleichbar allenfalls mit der Hervorbringung des ersten Menschen, Adams. Gott hatte Adam einst ohne Mutter und Vater erschaffen und Jesus nun ebenfalls ohne Vater. Hierin lag ein Zeichen für die gesamte Schöpfung:

Wahrlich, Jesus ist vor Allah gleich Adam; Er erschuf ihn aus Erde, alsdann sprach Er zu ihm: „Sei!“, und da war er. (Dies) ist die Wahrheit von deinem Herrn! Darum sei keiner der Zweifler.
(3:59)

Wenn die Macht Gottes involviert ist, schweigen alle Ursachen. Dann behält der Stift der Macht die Oberhand. Aus diesem Grund lautet einer der Namen Jesu im Koran Ruhullah, Geist Gottes.

Praktisch direkt nach seiner Geburt, als die Menschen Maria wegen ihrer Schwangerschaft anklagten, begann Jesus zu sprechen und seine unschuldige und unberührte Mutter dadurch zu entlasten:

Ich bin ein Diener Allahs; Er hat mir das Buch gegeben und mich zu einem Propheten gemacht. Und Er gab mir Seinen Segen, wo ich auch sein möge, und Er befahl mir Gebet und Zakat, solange ich lebe ; und ehrerbietig gegen meine Mutter (zu sein); Er hat mich nicht gewalttätig und unselig gemacht. Und Friede war über mir an dem Tage, als ich geboren wurde, und (Friede wird über mir sein) an dem Tage, wenn ich sterben werde, und an dem Tage, wenn ich wieder zum Leben erweckt werde. (19:30-33)

Mit der Aussage Dies ist Jesus, Sohn der Maria – (dies ist) eine Aussage der Wahrheit, über die sie uneins sind. (19:34), beendet der Koran alle Diskussionen über die Person Jesu. Er bekräftigt die Unschuld seiner Mutter und verkündet, dass Jesus – damals noch ein Baby – bald ein Prophet sein würde, der die Menschheit zum Heil führen könne.

In einer durch und durch materialistischen Gesellschaft, die sich der Spiritualität völlig verschlossen hatte, müssen die Charakterisierung Jesu als Geist Gottes und die außergewöhnlichen Ereignisse um seine Geburt einen ersten Schock im Namen der Wahrheit Gottes ausgelöst haben, jener Wahrheit, zu der die Menschen in naher Zukunft gerufen werden sollten. Auch heute bedarf es vielleicht eines ähnlich außergewöhnlichen Ereignisses, damit sich unsere Gesellschaft von Fanatismus und Engstirnigkeit befreien kann und sich das Denken der Menschen in eine wünschenswerte Richtung wendet. Damals wurde eine Atmosphäre geschaffen, in der die späteren Wunder Jesu auf fruchtbaren Boden fallen konnten. Gott stellte die Weichen dafür, dass Seine Anliegen von den Menschen verstanden werden konnten.

Natürlich beschränkten sich die Wunder Jesu nicht allein auf seine Geburt. Im Gegenteil, nachdem sein Leben mit diesen sehr bemerkenswerten Wundern begonnen hatte, vollbrachte er auch später viele Wunder, die seine Prophetenschaft unterstrichen. Einige von ihnen werden auch im Koran erwähnt, wenn die Engel Maria von Jesus erzählen:

Und Er wird ihn das Buch lehren und die Weisheit und die Thora und das Evangelium und wird ihn entsenden zu den Kindern Israels. (Sprechen wird er:) „Seht, ich bin zu euch mit einem Zeichen von eurem Herrn gekommen. Seht, ich erschaffe für euch aus Ton die Gestalt eines Vogels und werde in sie hauchen, und sie soll mit Allahs Erlaubnis ein Vogel werden; und ich heile den Blindgeborenen und den Aussätzigen und mache die Toten mit Allahs Erlaubnis lebendig, und ich verkünde euch, was ihr esst und was ihr in eueren Häusern speichert. Wahrlich, darin ist ein Zeichen für euch, wenn ihr gläubig seid. Und als ein Bestätiger der Thora, die vor mir da war, und um euch einen Teil von dem zu erlauben, was euch verboten war, bin ich zu euch gekommen mit einem Zeichen von eurem Herrn. So fürchtet Allah und gehorcht mir; wahrlich, Allah ist mein Herr und euer Herr, darum dienet Ihm. Dies ist ein gerader Weg.“
(3:48-51)

Diese Worte stammen von Engeln und wurden gesprochen, bevor sich die Dinge genau so ereigneten. Sie beschreiben die Position Jesu und die Wunder, die er einst vollbringen würde. Außerdem geben sie einen Teil einer Ansprache wieder, die Jesus einst vor seinem Stamm halten würde. Folgende Verse greifen das gleiche Thema auf und gewähren Einblick in das Leben Jesu:

Wenn Allah sagen wird: „O Jesus, Sohn der Maria, gedenke Meiner Gnade gegen dich und gegen deine Mutter; wie Ich dich stärkte mit der heiligen Eingebung – du sprachst zu den Menschen sowohl in der Wiege als auch im Mannesalter; und wie Ich dich die Schrift und die Weisheit lehrte und die Thora und das Evangelium; und wie du mit Meiner Erlaubnis aus Ton bildetest, was wie Vögel aussah, du hauchtest ihm dann (Atem) ein, und es wurde mit Meiner Erlaubnis zu (wirklichen) Vögeln; und wie du mit Meiner Erlaubnis die Blinden und die Aussätzigen heiltest; und wie du mit Meiner Erlaubnis die Toten erwecktest; und wie Ich die Kinder Israels von dir abhielt als du zu ihnen mit deutlichen Zeichen kamst und die Ungläubigen unter ihnen aber sagten: ‚Das ist nichts als offenkundige Zauberei.‘“ Und als Ich den Jüngern eingab, an Mich und an Meinen Gesandten zu glauben, da sagten sie: „Wir glauben, und sei Zeuge, dass wir (Dir) ergeben sind.“ Als die Jünger sagten: „O Jesus, Sohn der Maria, ist dein Herr im Stande, uns einen Tisch (mit Speisen) vom Himmel herabzusenden?“, sagte er: „Fürchtet Allah, wenn ihr Gläubige seid.“ Sie sagten: „Wir wollen davon essen, und unsere Herzen sollen beruhigt sein, und wir wollen wissen, dass du in Wahrheit zu uns gesprochen hast, und wollen selbst dafür Zeugnis ablegen.“
(5:110-113)

Ein anderes Wunder Jesu ist das Festmahl, das Jesus für seine Jünger mit Speisen aus dem Himmel ausrichtete. Auch dieses Ereignis wird im Koran in der Sure al-Ma’ida geschildert:

Allah sprach: „Siehe, Ich will ihn (den Tisch) zu euch niedersenden; wer von euch aber danach ungläubig wird, über den werde Ich eine Strafe verhängen, mit welcher Ich keinen anderen auf der Welt bestrafen werde.“ Und wenn Allah sprechen wird: „O Jesus, Sohn der Maria, hast du zu den Menschen gesagt: ‚Nehmt mich und meine Mutter als zwei Götter neben Allah?‘ wird er antworten: „Gepriesen seist Du. Nie könnte ich das sagen, wozu ich kein Recht hatte. Hätte ich es gesagt, würdest Du es sicherlich wissen. Du weißt, was in meiner Seele ist, aber ich weiß nicht, was Du in Dir hegst. Du allein bist der Allwissende des Verborgenen. Nichts anderes sagte ich zu ihnen, als das, was Du mich geheißen hattest: ‚Betet Allah an, meinen Herrn und euren Herrn.‘ Und ich war ihr Zeuge, solange ich unter ihnen weilte, doch nachdem Du mich abberufen hattest, bist Du ihr Wächter gewesen; und Du bist der Zeuge aller Dinge. Wenn Du sie bestrafst, sind sie Deine Diener, und wenn Du ihnen verzeihst, bist Du wahrlich der Allmächtige, der Weise.“
(5:115-118)

Von Beginn an war Jesus von Gott mit außergewöhnlichen Taten ausgezeichnet und in einen Rang erhoben worden, der über dem Rang gewöhnlicher Menschen lag. In dem folgenden Vers weist Gott darauf hin, dass es an der Zeit ist, die von Jesus gepredigten Werte anzuerkennen und sie zu bejahen:

Wahrlich, Wir gaben Moses das Buch und ließen ihm die Gesandten nachfolgen; und Wir gaben Jesus, dem Sohn Marias, die klaren Beweise und unterstützten ihn durch heilige Eingebung. Doch sooft euch ein Gesandter etwas brachte, was euch nicht behagte, wart ihr hochmütig und erklärtet einige für Lügner und erschlugt andere!
(2:87)

An dieser Stelle macht uns Gott deutlich, dass jede Weisung, die von Gott unterstützt wird, unbedingten Gehorsam erfordert. Es steht uns nicht zu, vom Weg Gottes abzukommen, nur weil unser Ego und der Satan Zweifel streuen.

Es gibt immer wieder Leute, die eine ablehnende Haltung gegenüber allen Propheten einnehmen und sich neuen Dingen gegenüber verschließen. Diese Reisenden auf dem Weg der Dunkelheit betrachten alle Wunder als bloße Zauberei. Für sie macht es keinen Unterschied, ob es Jesus war, der ein bestimmtes Wunder vollbrachte, oder irgendeiner der früheren Propheten. Jesus reagierte auf eine solche Ablehnung nicht anders als seine Vorgänger. In dem sicheren Wissen, seine Mission untadelig zu erfüllen, rief er ihnen zu:

Wahrlich, Allah ist mein Herr und euer Herr. So dient Ihm! Das ist ein gerader Weg.
(19:36)

Mit diesen Worten überließ er es jedem Einzelnen, eine eigene Entscheidung zu treffen. Dies war auch notwendig, denn danach kamen diejenigen, die ihm folgen wollten, zu ihm. Sie waren von nun an in der Lage, auf den rechten Weg zu finden und Glückseligkeit zu erlangen. Jene aber, die es vorzogen, in der Dunkelheit zu bleiben, mussten weiterhin ihren Egos Opfer bringen.

Ihrem Erscheinen im Koran nach lassen sich die Wunder Jesu wie folgt darstellen:
1. die Wiedererweckung eines Toten,
2. das Einhauchen von Leben in einen Vogel aus Ton,
3. die Heilung eines Blinden,
4. die Heilung von der Lepra,
5. die korrekte Beschreibung von Dingen, die sich in den Häusern befanden,
6. die Stärkung durch den Heiligen Geist,
7. das Ausrichten eines Festmahl, das vom Himmel kam.

Auffällig ist, dass die ersten vier Wunder mehr oder weniger auf dem Gebiet der Medizin anzusiedeln sind. Zu Lebzeiten Jesu gab es wichtige Entwicklungen in diesem Bereich, derer sich die Menschen auch durchaus bewusst waren. Aus diesem Grunde erregten jene Wunder, die Krankheiten heilten, welche damals unheilbar waren, großes Aufsehen – nicht zuletzt auch unter den medizinischen Autoritäten jener Zeit. Denn schließlich besaß Jesus ja weder eine entsprechende Ausbildung noch irgendwelche technischen Hilfsmittel. So kamen die Augenzeugen zu dem Schluss, dass er ohne die Unterstützung Gottes nicht so spektakuläre Resultate hätte erzielen können.

Es wurde ja bereits angesprochen, dass Wunder generell nicht nur bestimmte Informationen für die Augenzeugen bereithalten, sondern auch auf Gegebenheiten in der Zukunft hinweisen sollen. Aus dieser Perspektive betrachtet übermittelt Gott uns, die wir heute leben, durch die Person Jesu viele Botschaften. Beispielsweise wird uns mitgeteilt, dass wir manche Dinge, die wir eigentlich für leblos halten, zum Leben erwecken können, wenn wir ihnen nur Energie zuführen. Probleme mit dem Augenlicht sind lösbar, und alle Arten von Hautkrankheiten sind heilbar, auch wenn wir die entsprechenden Heilmittel heute noch nicht gefunden haben. All diese Aussagen sind wichtig und sollten von der Medizin im Auge behalten werden. Eine der wichtigsten Pflichten der Mediziner besteht schließlich darin, Heilmittel in der ‚Apotheke‘ des Universums aufzuspüren.

Wenn wir uns nun noch einmal vor Augen führen, dass Jesus seine Jünger auch um einen Tisch versammelte, der mit Speisen aus dem Himmel gedeckt war, und uns vorstellen, wie sehr er die Anwesenden mit diesem Festmahl erfreute, dürfen wir sicherlich davon ausgehen, dass im Himmel noch viele weitere Gunstbeweise Gottes für den Menschen verborgen sind. Da wir Menschen mit einem Verstand und Urteilsvermögen ausgestattet sind, sind wir dazu verpflichtet, diese aufzuspüren. Wenn wir im Lichte dieses Wunders Jesu in der Sprache der Wissenschaft an das Tor der Barmherzigkeit Gottes klopfen, werden wir möglicherweise sogar zu Festmahlen geladen werden, die jenseits dieser Welt liegen.

Die Abberufung Jesu
Genau wie die Geburt Jesu stellt auch sein Dahingehen ein Wunder dar. Gott ließ Jesus nicht in den Händen derer, die ihn töten wollten. Der Koran betont, dass er durch ein Wunder in den Himmel erhoben wurde. Er wurde den Menschen genommen und in eine andere Ebene des Lebens versetzt.

…und wegen ihrer Rede: „Wir haben den Messias, Jesus, den Sohn der Maria, den Gesandten Allahs, getötet“, während sie ihn doch weder erschlagen noch gekreuzigt hatten, sondern dies wurde ihnen nur vorgetäuscht; und jene, die in dieser Sache uneins sind, sind wahrlich im Zweifel darüber; sie haben keine Kenntnis davon, sondern folgen nur einer Vermutung; und sie haben ihn nicht mit Gewissheit getötet. Vielmehr hat Allah ihn zu Sich emporgehoben, und Allah ist allmächtig, weise.
(4:157-158)

Auch die nächsten beiden Verse beschäftigen sich mit diesem Thema:

Damals sprach Allah: „O Jesus, siehe, Ich will dich verscheiden lassen und will dich zu Mir erhöhen und will dich von den Ungläubigen befreien und will deine Anhänger über die Ungläubigen setzen bis zum Tag der Auferstehung. Alsdann werdet ihr zu Mir wiederkehren, und Ich will zwischen euch richten über das, worüber ihr uneins waret. Was aber die Ungläubigen anbelangt, so werde Ich sie schwer im Diesseits und im Jenseits bestrafen; und sie werden keine Helfer finden.“
(3:55-56)

Das Leben Jesu, das voller Wunder war, nahm also durch ein weiteres Wunder eine ganz neue Dimension an. Einige Berichte darüber, dass Jesus am Ende der Zeit kurz vor dem Jüngsten Tag noch einmal zur Erde zurückkehren wird, um die Menschen zur Wahrheit zu rufen, lassen den Schluss zu, dass auch in der Zukunft noch Wunder zu erwarten sind.

Jesus und das Ende der Zeit
Fast alle Religionen sprechen von einem letzten Retter, der die Menschheit kurz vor dem Ende der Zeit auf den rechten Weg zurückführen wird. Auch eine Reihe von Hadithen des Propheten Muhammad kündigen das zweite Erscheinen Jesu an und teilen uns mit, dass er den Atheismus aus der Welt verbannen wird. Der türkische Gelehrte Bediuzzaman Said Nursi stuft diese Berichte als absolut authentisch ein und kommentiert sie folgendermaßen: „Nur einem außerordentlichen und wunderbaren Mensch mit einer geachteten Anhängerschaft wird es gelingen, den Antichristen, der sich mit Hilfe von Zauberei, Magnetismus und Spiritismus schützen und die Menschen verzaubern wird, zu töten und seine Instruktionen ins Leere laufen zu lassen. Dieser Mensch wird Jesus sein.“

Zieht man die unermessliche Macht Gottes in Erwägung, so liegt jenes Erscheinen Kommen Jesu mit Sicherheit im Bereich des Möglichen. Man sollte jedoch auch nicht vergessen, dass Darstellungen dieser Art durchaus auch metaphorisch gemeint sein können. In diesem Fall hieße das, dass die Idee des Atheismus untergehen und der Glaube siegen wird. Dabei werden sich der Weg Jesu und der Weg des Geistes der Wahrheit vereinigen; die Menschheit wird fortan vom Glauben beseelt sein, und Werte wie Frömmigkeit, Frieden und Zufriedenheit werden die Oberhand gewinnen.

Die Propheten ähneln verschiedenen Kindern einer einzigen Mutter. Die Werte, die sie uns vermittelten, sind gemeinsame Werte. Sie alle haben Einen Gott, eine Quelle der Rechtleitung und ein Ziel. Die Welt braucht ihre Botschaften heute vielleicht dringender denn je. Sie braucht aber auch gläubige Menschen, die ihre Botschaften bekannt machen.

Quelle: http://www.fontaene.de/03.html

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4 Antworten to “Die Wunder Jesu (Frieden sei mit ihm)”

  1. Fragender said

    Als Nachfolger von Jesus können wir ja auch Wunder vollbringen. Wie bereits im Text steht, nicht durch unsere Kraft sondern durch den, der in uns lebt (Jesus, der durch seinen Geist in uns lebt).

    Ist das im Islam auch so, oder wie funktoniert das?

  2. muslimwelt said

    Hallo,

    Wir glauben wenn ein Wunder geschieht, dann nur durch Gottes Hand. Das ist nicht Jesus Frieden sei mit Ihm, der die Toten erweckten, die blinden heilte …, sonder Allah durch Jesus (a.s) genau bei den Wundern von Moses Frieden sei mit Ihm. Weder sein Stab noch er selbst hat das Meer gespalten, um die Juden vor den Pharao zu retten, sonder Allah hat sie durch dieses Wunder gerettet, auch der Prophet Mohammed Allahs Segens und Heil auf ihm hat nicht den Mond durch 2 gespalten, damit Ihn die Kuraich glauben, sondern durch Gottes Erlaubnis hat Mohammed Allahs Segen und Heil auf ihm dieses Wunder vollbracht.

    Alle diese Wunder haben statt gefunden nur durch Gottes Erlaubnis. Gott ist der einzige der sterben lässt und das Leben gibt und das Recht zu heilen, wenn er will nicht Jesus(a.s) Moses(a.s)und Mohammed (s.a.w.s) … sind alle nur Diener Gottes und Propheten in unseren Augen.
    Auch Wunder die heute passieren, geschehen nur durch Gottes Willen. Wunder gibt es überall auf der Welt. Menschen der verschiedensten Religionen behaupten von Wundern. Aber wir glauben, dass es noch andere Kräfte gibt. Zum Beispiel Djinn, oder auch Zauberei, mit deren Hilfe man ähnliches vollbringen kann so Gott will, es aber verboten für uns ist, diese Dinge anzuwenden.

    MFG

    Muslimwelt

  3. Fa009 said

    Ja nur durch Gott wurden alle Wunder vollbracht.

  4. Der Koran – Das sprachliche und wissenschaftliche Wunder…

    Der Koran, das heilige Buch der Muslime, wurde bereits mehrere male ins Deutsche übertragen. Von all diesen Übersetzern hat bisher nur Friedrich Rückert, ein berühmter deutscher Dichter, versucht die faszinierende Art und Weise der…

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