Muslimwelt

Wissen schafft Frieden

Die Zigarette- verpönt oder verboten?

Posted by muslimwelt - Dezember 2, 2007

Die Zigarette und der Muslim

rauchen-kann-toedlich-sein-vorne-breit.png

Bismil-lahi-r-rahmani-r-rahim

Im Namen Allahs, des Allerbarmers, des Barmherzigen

 

Alles Lob und Dank gebührt Allah,
und Segen und Heil auf dem Gesandten Allahs

 

 

Liebe Geschwister,

 

In der Politik diskutiert man über einen Rauchverbot an öffentlichen Plätzen; in Cafés werden immer mehr Nichtraucher-Zonen eingeführt; auf den Zigaretten Packungen müssen Warnhinweise aufgedruckt sein und wir Muslime diskutieren immer noch.

 

Und zwar über ein Übel, dass sich in fast allen unseren Familien, bei nahen oder fernen Verwandten vorfinden lässt: die Zigarettensucht.

 

Wir alle kennen die Ansichten und Diskussionen über das Thema Zigaretten:

“Zigaretten sind wenn überhaupt nur makruh (verpönt) und nicht haram (verboten)…. Im Qur´an und Hadith steht nichts von Zigaretten….Zigaretten berauschen nicht….“ Usw.

 

Lügen wir uns aber nicht selbst etwas vor. Denn wie kann etwas, dass uns krank macht (was wissenschaftlich unbestritten ist), unsere Mitmenschen belästigt (was jeder Nichtraucher bestätigen kann) und uns pleite macht von Allah geduldet werden und nur als verpönt oder noch lächerlicher als erlaubt bezeichnet werden.

 

Auf die gesundheitlichen Schäden wollen wir hier nicht weiter eingehen, denn auf den Zigarettenpackungen selbst steht, dass „Rauchen tödlich“ ist, „impotent“ macht, „Krebs“ verursacht und auch in der Schule haben wir im Bio Unterricht genug schwarze Lungen im Vergleich mit sauberen rosa Lungen gesehen, doch  trotzdem schreckt das den Raucher nicht ab.

 

Aber eines sollten wir endlich einsehen: Ein Produkt, auf dessen Packung selbst vor seiner Schädlichkeit gewarnt wird, nicht als Haram anzuerkennen ist Selbstbetrug.

 

Wir wollen uns gar nicht erst Gottes Zorn darüber vorstellen, was wir an Geld verrauchen, obwohl es Weltweit Hungersnot und Armut gibt. Und wir zahlen hier freiwillig für unseren Lungenkrebs. Verbietet Allah uns denn nicht die Verschwendung (israf)?

 

Überleg mal: Jeden Tag oder jeden zweiten Tag vier Euro für ne Packung….würdest du auch jeden Tag vier Euro an die Armen spenden. Mal ganz ehrlich…Jeden Tag!!

 

Überlegen wir uns mal was hinter der Weisheit des Schweinefleisch Verbots steckt. Wie wir an anderer Stelle erkannt haben ist das Schweinefleisch schädlich für den Menschen und wird uns von Allah im Qur´an ganz klar verboten. *

 

Aber mal Hand auf´s Herz. Wie viele von uns haben sich schon gedacht: “Ich kenne so viele nicht-Muslime und die sind am Schweinefleisch auch nicht kaputt gegangen und meine Nachbarin Frau Schmitz ist sogar mit 80 noch absolut fit!“ Trotzdem, Schweinefleisch ist bewiesen ungesund und schädlich und wenn auch nur minimal. Wir verstehen einfach nur nicht die Weisheit dahinter: Wenn uns das Schwein, das anscheinend nur minimal ungesund erscheint, von Allah zu essen verboten wurde, was ist dann erst mit dem Konsum von Dingen, die uns ganz offensichtlich krank machen und unser Leben gefährden?!

 

Also noch einmal für alle die sagen „im Qur´an steht aber nichts von Marlboro“: Versteht die Weisheit hinter dem Verbot von Schweinefleisch!!! Wer den Analogieschluss hier nicht selbst erkennt, will nicht verstehen.

 

Ist es nicht lächerlich?! Wir werden zum Grillen eingeladen bei einem nicht-Muslim und bitten darum einen eigenen Grill zu bekommen, damit unser selbst mitgebrachtes Halal-Fleisch nicht mit dem Schweinefleisch in Kontakt kommt. Und wenn nur ein Grill da ist möchte ich für mich eine Hälfte davon für meine Rindersteaks haben und die anderen 10 Gäste können die andere Hälfte für ihr Schweinesteak nutzen. Is ja auch O.K. Sind ja auch Prinzipien die wir vor den nicht-Muslimen verteidigen wollen. Aber wie lächerlich mache ich mich, meine Prinzipen und den Islam, wenn ich vor meinem Halal Grill stehe, mit der rechten Hand mein Halal Fleisch wende und mit der linken Hand ne Kippe zwischen meine Lippen presse.

 

Naja, aber Hauptsache ich habe meinen eigenen Grill und lasse nicht zu, dass mein Halal-Fleisch die dämpfe des Schweinefleischs abbekommt… während ich mir ne Wolke aus Teer und anderen Giften in den Körper pumpe. RESPEKT. Was für eine Heuchelei das doch eigentlich ist, oder?!

 

Kennt ihr die „Bifi“-Wurst? Findet ihr nicht auch die sieht lecker aus? Sind auch stängelförmig, genau wie Zigaretten. Sind sogar nicht so ungesund. Warum stecken wir uns also nicht ein paar Bifis in ne rechteckige Packung und essen jede Stunde ein Bifi-Würstchen? Na ganz einfach: WEIL SCHWEIN HARAM IST. Würdet ihr Bifi essen? NEIN, weil Bifi haram ist!! Warum also rauchen wir Zigaretten? Lasst uns doch lieber Bifi essen; ist ja gesünder… Oder betrachten wir es anders: Jede Zigarette die du rauchst, ist so, als hättest du eine Bifi Wurst gegessen. Oh Gott. Zähl mal, eine Packung hat 19 Zigaretten… so viel Schweinefleisch…würdest du wirklich so viel Schweinefleisch essen und mit reinem Gewissen dein Gebet verrichten können?

 

„Ja ich hab ja verstanden, dass es falsch ist aber ich bin doch süchtig“…absoluter Quatsch. Sucht heißt mitten in der Nacht schweißgebadet aufzustehen und eine Kippe rauchen zu müssen. Fragt mal einen Alkoholiker und Heroin Abhängigen was Sucht bedeutet und wenn wir auch noch einen haben, der selbst davon weggekommen ist, wird es für einen der von Zigaretten nicht wegkommt einfach nur peinlich.

 

Also warum nehmen wir den Kampf gegen die „Schmacht“, die „Zigarettensucht“ um Allahs Willen nicht auf uns. Fehlt es uns vielleicht an Gottesfurcht, an taqwa?? Nehmen wir unseren Schöpfer nicht ernst?

 

Was würdest du tun, wenn du mit deinem Auto an einer Kreuzung stehst und es ist rot; Gegenüber von dir steht ein Streifenwagen und der Polizist am Steuer guckt zu dir rüber;

 

Würdest du einfach über rot fahren um Zeit zu sparen? Würdest du das tun und denken: „Ach wenn die mich anhalten kann ich denen das erklären und die werden das schon verstehen.“

 

Würdest du nicht!! Weil du Angst vor den Konsequenzen hast. Weil du eine reale Autorität vor dir hast. Ist dir Allah nicht real genug? Zweifelst du an seinem Dasein? Würdest du vor ihm rauchen wenn der Almächtige vor die erschiene? Jedes mal wenn du dir eine Zigarette rauchst fährst du also über die rote Ampel, obwohl die Polizei dort steht und du sie gesehen hast.

 

         Denk darüber mal nach

 

Also gut, wir sind überzeugt. Wir wollen aufhören. „Hmm. Morgen ist schlecht, da bin ich bei Freunden eingeladen die auch rauchen….nächste Woche beginnt der Prüfungsstress, da muss ich rauchen…Hmm, danach hör ich aber auf.“

 

Jetzt wird der Mensch auch noch hochmütig und ist so arrogant zu glauben, er wüsste, dass er noch so lange leben würde. Wenn ich nächste Woche aufhören will und morgen von einem Auto erfasst werde nehme ich die Last dieser Sünde (dem Zigarettenkonsum) mit in´s Grab. Gratulation. Ich bin gestorben und konnte Allah nicht beweisen dass ich bereit gewesen wäre für ihn mit dem Rauchen aufzuhören, weil ich auch noch dachte, ich wüsste, was nur Allah weiß, nämlich wie lange ich noch lebe.

 

Also hör JETZT auf, bitte Allah um Vergebung und bitte ihn dir die Kraft zu geben weiterhin davon fern zu bleiben.  Das Rauchen ist eine Sünde, darüber gibt es keinen Zweifel.

 

Muss Allah dir erst persönlich erscheinen und dir sagen „Hör auf!“ Ist dein Glaube an seine Existenz so schwach? Allah hat dir doch einen persönlichen Brief zugeschickt. Den Qur´an. Hast du den Brief noch nicht geöffnet? Wieso interessiert dich nicht der Inhalt dieses Briefes?

 

Stell die vor dein Vater würde dir aus der Ferne einen Brief schreiben und dich um einen Gefallen bitten. Würdest du ihm den Gefallen nicht erfüllen? Respektierst du oder liebst du deinen Vater nicht? Und ich frage dich: Respektierst du oder liebst du deinen Schöpfer nicht?

 

Liebe Geschwister, wie wollen wir die Muslime aus der Unterdrückung befreien, wie wollen wir Jerusalem befreien, wenn wir es noch nicht einmal schaffen uns selbst um Allahs Willen zu befreien?!

 

Der Raucher sollte sich eigentlich freuen. Er hat etwas gefunden mit dem er seine Loyalität zu Allah beweisen kann. Etwas für den Djihadu-n-nafs, der Anstrengung gegen seinen eigenen Schweinehund um Allahs Willen. Welch eine Ehre für Allah in den Kampf zu gehen. In den Kampf gegen seine eigenen Schwächen. Manche wären Stolz darauf ihrem Vorgesetzten oder ihrem Herrscher ihre Loyalität beweisen zu können. Wie stolz sollte man sein für Allah etwas aufgegeben zu haben. In diesem Fall auch noch etwas, das uns selbst schadet.

    

  Unser Problem ist, wir wollen die Weisheiten des Islam nicht verstehen. Wie schon der tiefere Sinn des Schweinefleischverbots verkannt blieb, vergessen wir auch die Weisheit die sich für uns im Ramadan verbirgt. Ramadan, die Fastenzeit, ist eine Schule. Doch was lernen wir aus ihr? Viele von uns haben außer dem Hunger und Durst nichts mitgenommen. Das wir im Monat Ramadan die Kontrolle über unsere eigenen Bedürfnisse erlernt haben und mit Stolz für Allah auf das Materielle des irdischen Lebens verzichten um den Engeln gleich zu sein, die weder trinken noch essen, und es schaffen bis zum Sonnenuntergang nicht zu rauchen, verdrängen wir nach Ramadan wieder. Brüder und Schwestern, Ramadan ist eine Schule! Lasst uns aus ihr lernen.

 

Entscheidet euch: Entweder ihr esst weiterhin Bifi (denn wie gesagt Zigarette =  Bifi) oder ihr wendet euch reuig eurem Schöpfer zu und lasst von dieser Sünde, bei der es sich ganz und gar  nicht um eine Kleinigkeit handelt, ab.

 

Möge Allah uns unsere Fehler  vergeben und unseren Glauben stärken.

 

Hakam Sukhni

 

Way to Allah e.V.

http://www.way-to-allah.com/themen/Zigaretten_und_der_Muslim.html

Advertisements

7 Antworten to “Die Zigarette- verpönt oder verboten?”

  1. Frau Bukowski said

    Und wenn nur ein Grill da ist möchte ich für mich eine Hälfte davon für meine Rindersteaks haben und die anderen 10 Gäste können die andere Hälfte für ihr Schweinesteak nutzen.

    Und das ist genau das Problem! Sie beanspruchen und fordern die eine hälfte ganz alleine für sich und lassen allen anderen die andere hälfte!
    Merken Sie etwas?

  2. muslimwelt said

    Hallo Frau Bukowski,

    Ja, wo ist das Problem, selbstverständlich kann der auch etwas von dem Rindfleisch haben. Wir sind sehr gastfreundlich und zählen nicht agriebig nach, das ist meins und deins. Ihr esst Rindfleisch also, könnt ihr euch auch davon bedienen. Vom Schweinefleisch dagegen haben wir nichts, und sagen dankbar nein. Also siehts für den besser aus, der beides ist. Also ganz beruight, es ist für alle etwas da, auch für die geizigen.

    MFG
    Muslimwelt

  3. Frau Bukowski said

    Sie haben mein Gleichnis leider nicht verstanden. Vielleicht denken Sie noch mal in aller Ruhe darüber nach. Ich bin frohen Mutes dass sich ihnen nach reiflicher Überlegung die Wahrheit meines Gleichnisses offenbart

    Ihre Aussage bezüglich des Rindfleisches stimmt mich als streng Gläubige Hindu sehr traurig.Ich hoffe Sie wissen das Rindfleisch nicht sattvic ist!

    MfG
    Frau Bukowski

  4. muslimwelt said

    Gut, dann kommen sie auf den Punkt.

    Wenn sie etwas gegen das Essen von Heiligen Rindfleisch haben dann, richtet sich ja ihr Gleichnis oder Kritik nicht allein an die Muslime, sondern auch an Christen, Juden und sonstige Gläubige oder Nichtgläubige (ausgenommen Vegetarier und Hindus)die gern Rind essen.
    Wir glauben nicht an die Kuh als Göttin. Wir glauben nur an Allah dem Lebendigen, dem Ewigen. Der Einzige der weder Schlummer noch Schlaf ergreift. Gott hat uns von der Natur versorgt, wir essen ihr Fleisch, trinken ihre Milch, und nutzen ihr Leder, und wir Muslime sind bei Gott sehr dankbar dafür.

    Es gibt ca. 6000 Religionen auf der Welt. Wenn einer Kartoffeln verehrt, der andere Tomaten, Hähnchen, Orangen …. , dann bleibt uns nicht mehr viel übrig zum Essen, wenn wir den jeweils anderen nicht traurig machen wollen.

    Aus Wikipedia http://de.wikipedia.org/wiki/Heilige_Kuh: Nach der Milchproduktion wird eine Kuh meist bis zu ihrem natürlichen Tod gefüttert. Der wirtschaftliche Druck ist auf dem Lande jedoch sehr stark und darum kommt es vor, dass Bauern unproduktive Tiere bei einem „Unfall“ sterben lassen oder sie für wenig Geld verkaufen. Um ihr Gewissen zu beruhigen, geben sie oft vor, nicht zu wissen, dass sie schließlich meist doch geschlachtet werden (etwa für die Lederproduktion), anstatt in einem fremden Stall ihr freies Futter zu bekommen, wie ihnen versprochen wurde. In einigen Gegenden in Indien gibt es sogenannte ‚Gaushalas‘, Ställe, wo kranke oder alte Kühe bis an ihr Lebensende gefüttert werden. Wohlhabende unterstützen diese Ställe mit Spenden.

    Könnten diese Spenden nicht nützlich sein, für die Armen und Obdachlosen in Indien, anstatt für kranke oder alte Kühe? Aber ich verstehe, die Kuh ist natürlich heilig, vielleicht wichtiger als der Mensch, ich weiß es nicht. Das ist ihre Religion und das akzeptiere ich, trotzdem teile ich nicht die gleiche Ansicht.

    Sprich: „0 ihr Menschen, wenn ihr über meine Religion im Zweifel seid, dann (wisset), ich verehre nicht die, welche ihr statt Allah verehrt, sondern ich verehre Allah allein, Der euch abberufen wird; und mir wurde befohlen, einer der Gläubigen zu sein.“(Koran 10:104)

    MFG

    Muslimwelt

  5. Frau Bukowski said

    Meine Kritik richtet sich nicht gegen den Verzehr von irgendeinem Nahrungsmittel.
    Das muss jeder für sich selbst entscheiden und mit seinem Gewissen ausmachen.
    Mein Gleichnis hat in keinster weise etwas mit dem Verzehr von z.B. Rindfleisch oder auch Schweinefleisch zu tun.
    Aber ich möchte ihnen gerne auf die Sprünge helfen. Stellen Sie sich mal vor der von ihnen erwähnte Grill wäre stellvertretend für ein Land zu sehen.
    Vielleicht kommen Sie jetzt darauf.
    MfG
    Frau Bukowski

  6. muslimwelt said

    Wenn man diesen Grill als ein Land nimmt. Und damit unterstellen möchte, dass die Muslime die gleiche Hälfte in diesem Land für sich haben möchte, das heisst, sie verlangt bspw. nur halalfleisch in supermärkten und und und… . Dann sehe ich das als Irrtum. Wir Muslime kämpfen allein für die Rechte, die einer Religionsgemeinschaft in Deutschland zu stehen. Nicht mehr und nicht weniger. Und wir nehmen das, was wir bekommen, oder was man uns zugesteht, dass akzeptieren wir. Wenn man meint man müsste sonstiges verbieten, damit die Muslime nicht so present sind, oder auffallen durch Kopftücher oder Moscheen, dann ist das die Sache des Staates.
    Ich habe auch einige Male schon, ich glaube Hindus,mit sehr großen Turbanen an Universitäten und im Straßenbild gesehen. Was ist, wenn es von diesen nun 3 Millionen gebe, und man plötzlich viel mehr, untypisch für die deutsche Kultur, Hindus mit Turbanen herum laufen sieht. Und auf einmal beschweren sich die Menschen…und wollen die Turbane verbieten, oder reden von Anpassung. So oder so ähnlich ist das mit den Muslimen. Multikulti ist also nicht der Traum, der Menschen hier. Aber was uns verbindet und verbinden sollte, ist das Grundgesetz und deren Rechte und Pflichten. Doch das Grundgesetz macht allein noch nicht eine Kultur, oder Einheitskultur aus, die sich viele Wünschen. Wenn man meint, seiner Religion hier nicht gerecht ausleben zu können, in dem man was weiß ich, islamische Geschäfte verbietet, oder grundsätzlich Kopftücher, dann muss man sich überlegen ob man in ein Land zieht, in dem man freier ist, ob Ausländer oder Deutscher, und fertig.So ist das, und nicht wir wollen mit Gewalt unsere Lebensart den Menschen hier aufzwingen. Ein Land, in dem man seine Religion ausüben kann, ist für uns die bessere Wahl,wenn man die Möglichkeiten dazu hat. Und die Muslime kommen aus allen möglichen Gründen nach Deutschland, aber nicht um ihre Religion den Menschen aufzuzwingen.

    MFG Muslimwelt

  7. Niclas said

    Frau Bukowski,

    gehen Sie vielleicht nicht ein Stückchen zu weit mit Ihrer Unterstellung? Schon ein bisschen guter Wille und logisches Nachdenken würde weiterhelfen. Wenn nur ein Mensch mit anderen Essgewohnheiten sich mit 10 Anderen arrangieren muss, braucht er sicher nicht die Hälfte eines Grills.

    Ihr grundsätzliches Problem ist aber, dass Sie keine Ahnung von der muslimischen Welt und dortigen Praktiken der Gastfreundschaft haben. Das mache ich Ihnen nicht zum Vorwurf, aber man sollte sich informieren bevor man sich äußert.

    Ich möchte Ihnen die Gastfreundschaft an persönlich erlebten Beispielen in Tunesien, aber auch von in Deutschland lebenden Muslimen näherbringen (ich könnte noch viel mehr bringen).
    Im arabischen Raum ist es durchaus noch üblich (z.B. beim Couscous Essen), dass alle aus einer Schüssel essen und nicht das essen auf persönliche Teller lagern.
    Wenn ich entsprechend zu Gast bin, stehen wie selbstverständlich für jeden eigene Teller da, ohne dass ich danach gefragt hätte.
    Ich habe kein einziges Mal den Vorwurf vernommen, dass jetzt der Kolonialist kommt, der das Land unterdrücken möchte. Es gab höchstens Witze, dass man jetzt zu vornehmen Leuten gehört (ja, Araber haben viel mehr Humor als Sie sich das vorstellen können).
    In Tunesien isst man auch häufig sehr scharf, zu scharf für eine durchschnittliche europäische Zunge. Ich musste niemals darum bitten, dass für mich nicht scharf gekocht wird, da ich es sonst nicht essen kann. Mir wurde immer alles unscharf serviert und die Tunesier haben sich mit Harrissa nachgewürzt, obwohl es natürlich einen aromatischen Unterschied macht, ob man scharf kocht oder nachwürzt.
    Wie sie vielleicht wissen, ist Tunesien, wie andere arabische Länder, ein Entwicklungsland und die Leute verfügen über ca. 10% des hiesigen Einkommens, bei wesentlich schlechterem Preisverhältnis für Konsumgüter. Man kann die allermeisten Menschen also als arm bezeichnen. Glauben Sie, dass sich das bei den aufgetischten Speisen wiederspiegelt? Selbstverständlich werden mir als reicher Europäer die besten Speisen aufgetischt.

    Derartiges ist selbstverständlich, der Gast ist König und man hat als Gastgeber versagt, wenn der Gast sich nicht wohlfühlt.

    Ist das nicht eine wunderbare Einstellung?

    Ist es hierzulande mnicht auch ein positiver Wert, gastfreundlich zu sein?
    Wie würden Sie denn, bspw. mit vergetarischen Gästen verfahren? Ich hoffe nicht, Sie würden verlangen, dass die Vegetarier die Fleischstücke aus der Suppe herausfischen. Auch beim Grillen wird ein konsequenter Vegetarier verlangen, dass seine Auberginenscheibe seperat vom Fleisch gegrillt wird. Man denkt sich vielleicht spontan, er soll sich nicht so anstellen, aber der nächste Gedanke muss eine Zustimmung sein, dass er aus seiner Position heraus recht hat. Wenn man in einer Gesellschaft zusammenleben will, muss man einander tolerieren und akzeptieren.
    Daher verstehe ich nicht, warum Sie nicht das Positive an dem Ursprungsbeispiel gesehen haben?

    Wir alle essen von einem Grill!

    Denken Sie mal darüber nach und zur Horizonterweiterung noch ein Artikel über Deutsche in Alanya
    http://www.qantara.de/webcom/show_article.php/_c-469/_nr-810/i.html

    MfG

    Niclas

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

 
%d Bloggern gefällt das: