Muslimwelt

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Falschverstandene Hilfe oder doch Diskriminierung?

Posted by muslimwelt - November 22, 2007

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Es wird viel über die Muslimische Frau gesprochen. Man glaubt die Musliminnen befreien zu müssen. Besonderes Augenmerk wird auf die Musliminnen gerichtet, die auch als solches erkennbar sind. So sind die Kopftuchträgerinnen besonders angesprochen. Das Kopftuch ist in den Augen vieler Menschen immer noch ein Symbol der Unterdrückung. Vieleicht kann man einfach nicht verstehen warum sich in unserer Gesellschaft, die so viel Wert auf die Attraktivität und das zur Schaustellen der Reize legt, Frauen verhüllen. Vieleicht kann eine Frau nicht verstehen, warum man nicht den neuesten Modischen Trends hinterherläuft. Schließlich ist es ja schön, von anderen Männern angeschaut zu werden. Weil ich als Frau auch als schön erkannt werden möchte, möchten dies auch die muslimischen Frauen. Dieses Kopftuch nimmt nun ihre Schönheit. Was ist das also für eine Religion oder Kultur, die ihre Schönheit unterdrückt?

 

Als Muslimin definiert man sich nicht über andere. Man hütet sich wie ein Schatz, nicht jeder kann ihn sehen, trotzdem ist er sehr schön und das ist ihnen auch bewusst. Musliminnen ist es wichtig Schönheit im Herzen zu tragen. Als Muslimin fühlt man sich nicht hässlich, nur die Blicke der anderen können hässlich sein. Durch das Bedecken wird die Schönheit die dem Idealbild nicht entspricht erst wieder schön. Wir entdecken unsere natürliche Schönheit, wir lernen uns zu lieben wie wir sind.

 

Das Kopftuch – eine Religiöse Pflicht?

 

Die Mehrheit der Frauen betrachtet das Tragen von islamischer Kleidung als eine religiöse Pflicht. Der Koran ermahnt die Gläubigen ihre Reize nicht offen zu zeigen und ihre Kleiderausschnitte zu bedecken.

 

Sure 24, Vers 31

Und sage den gläubigen Frauen, sie sollen den Blick niederschlagen und ihre Keuschheit wahren und ihre Zierde nicht zeigen, außer dem, was davon sichtbar ist, und sie sollen ihre Tücher über ihren Kleiderausschnitt ziehen und ihre Zierde niemandem zeigen außer ihren Ehemännern, ihren Vätern, Schwiegervätern, ihren Söhnen, Stiefsöhnen, ihren Brüdern, den Söhnen ihrer Brüder und ihrer Schwestern, den Frauen, mit denen sie Umgang haben, den Leibeigenen, den mit ihnen lebenden Männern, die Frauen nicht mehr begehren, und den Kindern, die noch kein Verlangen nach Frauen haben. Sie sollen den Boden nicht mit den Füßen schlagen, um verdeckten Schmuck bemerkbar zu machen. Kehrt alle reumütig zu Gott zurück, ihr Gläubigen, damit ihr Erfolg erzielt!

 

Hieraus ist nicht klar ersichtlich, ein Kopftuch zu tragen. In der Sunna(Tradition) des Propheten gibt es dagegen viele Hinweise, dass zu der islamischen Bekleidung auch das Bedecken der Haare zählt.

 

Nicht jede Muslimin trägt ein Kopftuch, und die Art und Weise wie die Islamische Bekleidung auszusehen hat variiert wiederum stark.

 

Im Allgemeinen begrüßt man die Muslimischen Frauen die sich „westlich“ modern kleiden, und kein Kopftuch tragen. Man geht davon aus, dass sich solche einfach besser integriert haben, keinen mit ihrer Religion stören wollen, und dass sie vor allem auch nicht unterdrückt sind. Da das Kopftuch für die hiesig lebenden Menschen als Form von Unterdrückung oder als Politisches Symbol …und somit zum Unruhestiften verführt, verstanden wird.

 

Viele Vorstellungen und viele Trugschlüsse.

 

Die Muslimin bedeckt sich erstens weil sie erkannt und nicht belästigt werden möchte. Zweitens weil sie aus Religiösen Grund sich nicht fremden Blicken hingeben möchte. Die Ausübung des Glaubens muss auch mit der inneren Überzeugung übereinstimmen. Ein Gebet, das nicht vom Herzen ist gelangt auch nicht zu Allah. So auch bei der islamischen Kleidung. Das Kopftuch ist ein Ausdruck der Liebe zu Allah.

 

Das Kopftuch ist also keine Form von Unterdrückung oder Politik. Es ist ein Missbrauch dieses als Symbol zu benutzen. Leider tragen auch Länder mit Muslimischer Bevölkerungsmehrheit weiter dazu bei, die Vorurteile zu untermauern, indem sie das Kopftuch für Personen in öffentlichen, politischen Bereich verbieten.

 

Dadurch ist man dazu gezwungen sich nicht ins Politische Leben einzumischen. Hier wird ein enormer Innerer Konflikt für die Musliminnen geschaffen. Im Regelfall gewinnt dennoch der Glaube.

 

Das Kopftuch ist zwar erlaubt, dennoch wird ein eindeutiges Signal gesetzt. Du bist hier nicht erwünscht als Muslimin. Das Kopftuch gehört für die Musilmin so sehr dazu wie auch das Gebet, oder der Verzicht auf Schweinefleisch. Was ist das Ziel? Seine Religiöse Gesinnung verstecken zu müssen? Sollte jetzt etwa im Türkischen oder Tunesischen Parlament Schweinefleisch zu den Mahlzeiten Pflicht werden, damit man nicht den Eindruck gewinnt, hier machen Muslime Politik?

 

Diesen inneren Konflikten sind ebenso häufig Musliminnen in Deutschland ausgesetzt.

 

Allah sagt uns, er macht uns die Religion leicht und verlangt nicht etwas über dem hinaus was jeder persönlich von sich aus tun kann. Und so wägt man ab ob man überhaupt das Kopftuch tragen kann, auch wenn das Bedürfnis danach groß ist. Wie man sich auch entscheidet, man fühlt sich erstmal unwohl. Andere überlegen ob sie sich ihren Arbeitgeber beugen sollen, wenn dieser verlangt ohne Kopftuch auf der Arbeit zu erscheinen.

 

Manche entscheiden sich dennoch für das Bedecken ihrer Reize und setzen sich somit vieler Argwöhnischer Blicke aus. Es ist normal beschimpft zu werden, aber was soll man sagen solche Leute hacken gerne auf anderen rum, die nicht den Normvorstellungen entsprechen. Wenn ich es nicht wäre, würden sie wohl möglich einen Ausländer beschimpfen.

 

Es ist schon merkwürdig. Tritt man ohne islamische Bekleidung auf, interessiert man sich auf einmal auch für den Menschen. Ohne Misstrauen und Vorurteile wird einem begegnet. Es ist ein angenehmes Gefühl. Jedoch macht mich das Verleugnen des Kopftuches nicht zu einem anderen Menschen. Im inneren bleibt man Muslimin, bei Kleinigkeiten im Alltag fällt man doch immer wieder auf. Sei es bei einer Betriebsfeier, in dem man auf Alternativen zugreifen muss, da man kein Alkohohl und Schweinefleisch zu sich nimmt. Der Druck und das schlechte Gewissen dagegen ist groß, soll ich mich unauffällig machen, damit die Menschen zufrieden sind. Menschen die über Äußerlichkeiten auf den Menschen schließen, die nicht hinter die Fassade des Stückchen Stoffs schauen wollen.

 

Es gehört also viel Mut und Überwindung dazu ein Kopftuch zu tragen. Als Muslimin die sich bedeckt erlebt man Gott sein Dank auch in Deutschland aufgeschlossene Menschen die einen positiv und neugierig entgegen treten.

 

Dennoch das Kopftuch wiegt schwer. Es ist mit Vorurteilen überladen und wieder denkt man einmal mehr warum muss das auf den Köpfen von uns Frauen ausgetragen werden. Warum müssen wir Frauen uns dafür verantworten, und werden immer wieder herumgeschubst.

 

Kopftuch bedeutet Rückständigkeit, Kopftuch bedeutet islamistische Politik, Kopftuch bedeutet Unterdrückung blablabla…

 

Warum schaut keiner auf mich, warum fragt keiner warum ich es trage. Es ist ja meine persönliche Entscheidung und ich mache es nur aus Liebe für Allah. So geht es unendlich vielen Frauen. Männer reden über das Kopftuch, Frauen als Kopftuchtuchgegnerinnen, aber was ist mit uns? Hält man uns für so sehr unterdrückt, dass man nicht uns dazu befragen kann?

 

Ein Trugschluss ist, dass man mit der zwanghaften Befreiung von Kopftüchern jeglicher Art, die soziokulturellen Probleme in unserer Gesellschaft zu lösen vermag.

 

Gewalt in den Familien macht keinen Bogen um Frauen die kein Kopftuch tragen. Emanzipation macht keinen Halt vor Kopftuchtragenen Musliminnen.

 

Das Problem ist nicht das Kopftuch, das Problem ist der Missbrauch der Selbstbestimmung.

 

Dazu gehört dass ich mich gegen ein Kopftuch entscheiden kann, aber ebenso auch für das Tragen des Kopftuchs. Die Gesellschaft meint es aber besser zu wissen, was in uns Musliminnen vorgeht, als wir es selbst tun.

 

So werden wir noch oft im Alltag und im Arbeitsleben Ausgrenzung erfahren aufgrund des Tragens von einem Stückchen Stoff.

 

Vielleicht weil sie es gut meinten, und mit ihrer Aufforderung mein Haar zu entblößen, versuchen mich zu befreien, mich anzugleichen.

 

In Wahrheit macht mich das Kopftuch frei, frei vom Druck der Gesellschaft.

 

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(M.J.S.Charifa)

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2 Antworten to “Falschverstandene Hilfe oder doch Diskriminierung?”

  1. Dalibor P said

    Hallo Ich bin selbst Christ …… und werde bald zum Islam Wechseln was ich sagen will ist die Muslimischen Frauen sind mit ihrem denken ihrer überzeugung zu Allah was besonders allah Schütze jede Frau die diesen weg geht ich bin selbst ein Man und ich habe viel RESPEKT vor Frauen weil die die Mütter der welt sind und in Deutschland muss ein umdenken geben jeder sollte so Akzeptiert sein wie er ist Kopftuch heist nicht Schlecht heist RESPEKT Allah Schütze alle die den wahren Glauben gehn ……!

  2. […] Kommentare Dalibor P on Falschverstandene Hilfe oder d…maschallah on Franck Ribéry “Islam gi…Hans on Über michmuslimwelt on Afghanische […]

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