Muslimwelt

Wissen schafft Frieden

Übertritt vom Islam in eine andere Religion

Posted by muslimwelt - November 4, 2007

Darauf steht die Todesstrafe….
aber hört bitte nicht nur das, was ihr hören wollt,
sondern betrachtet die Dinge einmal aus dem richtigen Winkel!


Bevor wir tiefer in dieses Thema gehen, sollten ein paar grundlegende Dinge geklärt werden.

Der Islam, anders wie in vielen Ländern der Erde, beinhaltet/verbindet den Glauben an Gott und das gültige Gesetz für die Menschen von Gott. Es ist nicht wie oft in den westlichen Ländern der Fall, das Staat und Kirche getrennt von einender existieren, sondern im Islam gehören beide unbedingt zusammen. Für einen Muslim ist der Einklang von Religion und Gesetzgebung die Grundlage seiner Existenz und seines erfüllten Lebens. Wird diese Grundlage verletzt und mutwillig beschädigt, wird der Muslim versuchen, diese durch Verteidigung zu erhalten.

Zudem ist es ein entscheidender Faktor, ob man die Glaubensfreiheit nach westlichem Maß oder nach islamischem Recht betrachtet. Beide haben einen völlig anderen Hintergrund.

Glaubensfreiheit aus westlicher Sicht (Trennung zwischen Staat und Religion) bedeutet, jeder darf den Glauben seiner Wahl annehmen, leben und missionieren. Darf aber nicht gegen die gesetzgebende Verfassung des Landes verstoßen. Man darf seinen Glauben zu jeder Zeit ändern und sich je nach Lebenseinstellung neu orientieren.

1. Aus islamischer Sicht bedeutet Glaubensfreiheit, dass es nicht erlaubt ist, jemanden zum Islam zu zwingen. Religiöse Minderheiten, die in einem islamischen Staat leben, sollen respektiert werden, dürfen ihren Gottesdienst verrichten und wurden früher sogar von den Herrschern geschützt, solange sie keine Gedankenverwirrung im Land verbreiten oder gegen die dort gültige Ordnung verstoßen.

2. Zudem hat jeder Mensch die Freiheit, seinen Glauben zu wählen und hat das Recht zur eigenen Meinung, sogar der Atheist. Niemand darf die Glaubensauffassung eines Menschen verurteilen, solange dieser diese für sich behält. Falls er seine Gedanken, die im Widerspruch zu den Bekenntnissen und Moralauffassungen der Gesellschaft stehen, allerdings unter den Mitmenschen verbreitet, um ihre moralischen Werte durcheinander zu bringen, verstößt er damit gegen die allgemeine Ordnung des Staates. Er verbreitet Zweifel unter den Mitbürgern, die zu Aufruhr führen kann.

Jeder der sich so verhält, wird einer Bestrafung unterworfen. Er kann sogar des Hochverrats angeklagt werden, der mit dem Tod bestraft wird, aber nicht, weil er seinen Glauben abgelegt hat, sondern weil er durch seine Gedanken Verwirrung im Staat verbreitet und gegen seine Ordnung verstößt.

In westlichen Ländern sind Bestrafungen bei Verstoß gegen die gesetzliche Verfassung ebenfalls vorgesehen, um die staatliche Ordnung nicht zu gefährden. Diese Bestrafungen sind allerdings Landes- und Verfassungsabhängig. Es gibt z.B. Gefängnisstrafe in Deutschland oder auch die Todesstrafe in einigen Staaten von Amerika.

Der Islam stellt eine andere Menschenrechtskonzeption dar, eine andere als die der internationalen Gremien, die den Menschen als Maß aller Dinge betrachten. Laut Islam finden wir heraus, dass Menschenrecht göttlicher Natur ist und das es seine Legitimation von Allah hat (Sure 17,70).

* siehe: Internationale Menschenrechte- Deklaration im Islam 19. September 1981 (die Zweite islamische Urkunde, die der Internationale Islamrat verkündet hat und die die Menschenrechte im Islam enthält)

Derartige Legitimation fehlt verständlicherweise bei der Menschenrechtserklärung der vereinten Nationen, weil sie von Menschen gemacht ist.

Einem Apostaten (siehe Erläuterungen) werden laut Koran nur jenseitige Strafen angedroht. Weltliche Strafen kommen nur dann in Betracht, wenn der Abfall vom Islam in Zusammenhang mit Fahnenflucht oder Hochverrat steht (Verstoß gegen die Sharia: geltendes Recht).

Ausnahmen:

Die weltlichen Strafen werden nicht angewandt bei Unwissenheit des Menschen, wenn er unter Zwang den Glauben ändern musste und bei geistig verwirrten Menschen.

Es gibt heutzutage viele Länder, die sich islamisch nennen, aber in denen nicht die Sharia gilt oder auch Länder, die eine gemischte Verfassung aus Sharia und Menschengesetz haben.

Diese stehen in der Umsetzung der einzelnen Verfahren vor großen Problemen, da sie westliche Menschenrechtsabkommen unterzeichnet haben, die nicht den islamischen Menschenrechten entsprechen.

Die dadurch entstehenden Probleme resultieren daraus, dass sich diese beiden Formen der Menschenrechte nicht miteinander kombinieren lassen und viele der islamischen Staaten nicht hinter ihrer islamischen Gesetzgebung stehen, sondern sich von anderen Werten blenden lassen.

Da der Westen nur auf seine eigenen Menschenrechte konzentriert ist und teilweise wenig Verständnis für andere Rechtsformen zeigt, wird grundsätzlich das islamische Menscherrecht ins unrechte Licht gerückt. Durch die oft einseitige Berichterstattung in den Medien, wird diese einseitige Sichtweise auf ganze Bevölkerungsschichten übertragen. Die Vorzüge der islamischen Menschenrechte werden dabei leider völlig außen vor gelassen. Genau wie andere Gesetzgebungen, müssen auch die islamischen Menschenrechte als Ganzes betrachtet werden. Es wird immer das Extremste zur Diskussion gestellt, ohne die Harmonie einer islamischen Gemeinschaft hervorzuheben. Um objektiv über die Menschenrechte im Islam sprechen zu können, muss man die einzelnen Aspekte im Kontext von innen heraus betrachten, nicht von außen urteilen!

Viele Experten in den Medien sprechen vom Islam mit ihrer westlichen Sichtweise oder man sieht sog. Muslime, die ihre eigene Religion nicht verstanden haben und nicht ausüben. Meist sitzen wir praktizierenden Muslime da und können diesen Mangel an Wissen nicht begreifen. Ohne ein Thema wirklich zu begreifen, und zwar aus muslimischer Sicht, kann eine konstruktive Diskussion niemals aufkommen.


Way to Allah
Schwester Melek

(Als Grundlage für diese Arbeit diente uns das Buch: “Fragen zum Islam” von Prof. Dr. Mahmoud Hamdi Zakzouk).

Erläuterungen:

Der Ausdruck Apostasie (v. griech.: apo = ab von, fern + stasia = Stand, Stehen, Haltung, Position) bezeichnet den Abstand von einer Religion durch einen förmlichen Akt (z.B. Kirchenaustritt, Übertritt zu einem anderen Bekenntnis, Konversion). Jemand, der Apostasie begeht, ist ein Apostat.

Apostasie im Islam, meist Ridda oder Irtidad genannt, (arabisch: ÑÏÉ ridda, ÇÑÊÏÇÏ irtidâd), ist nach dem islamischen Recht (Schari’a) streng geregelt. Derjenige, der vom Islam abgefallen ist, wird Murtadd genannt. Der Koran sieht für den Apostaten nur eine Bestrafung im Jenseits vor. In der Schari’a dagegen ist die Todesstrafe die allgemein akzeptierte Bestrafung des Apostaten. Dabei bezieht sich die Rechtslehre auf Aussagen des Propheten Mohammed.

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2 Antworten to “Übertritt vom Islam in eine andere Religion”

  1. religo said

    Ich habe diesen Beitrag mit grossem Interesse gelesen und habe nun ein besseres Verständnis für die Problematik. Ein sehr wichtiger Beistrag um das gegenseitige Verstehen zu erhöhen.
    Besten Dank.
    Diese Problematik gilt es zu löse um ein besseres gegenseitiges Verständnis aufzubauen.
    Ich hoffe dass es dieser Website gelingt, ein besseres gegenseitiges Verständnis der verschiedenen Auffassungen hervorzubringen.

  2. Peter said

    Ein interessanter Artikel mit Informationen die ich bisher nicht wusste.

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