Muslimwelt

Wissen schafft Frieden

Prophetenlieben Real oder fiktiv?

Posted by muslimwelt - November 3, 2007

Manche Aspekte drohen in überhitzten Debatten doch unterzugehen. So auch bei dem Karikaturenstreit, der sich in diesen Tagen gelegt zu haben scheint. Doch im kollektiven Unterbewusstsein in der westlichen Welt hat sich folgendes Bild der muslimischen Prophetenliebe eingebettet: Fanatische Muslime wehren sich dagegen, dass der Prophet als Terrorist dargestellt wird. So fällt es auch den muslimischen Gemeinden in Deutschland schwer, die eigene Meinung zu Worte zu bringen.

mohammed-saws.jpgZu groß ist die Gefahr, dass man durch die Öffentlichkeit in die gleiche Kategorie mit den Fanatikern gestellt wird. Eine Lähmung macht sich unter den muslimischen Intellektuellen breit. Von schwachen Stimmen ist zu hören, dass der Islam Terrorismus nicht duldet.


Fragen über Fragen, die wir nur ansatzweise zu beantworten in der Lage sind. Doch auch diese Vorkommnisse der letzten Wochen haben einen positiven Effekt. Man fragt sich, inwieweit man den Propheten kennt. War er wirklich ein Prophet der Liebe oder des Krieges? Genau hier müssten wir uns Muslime fragen, ob wir uns genug Wissen angeeignet haben, um diese Fragen beantworten zu können. Nicht unsere Meinung alleine, sondern eine auf Wissen basierende Meinung sollten wir äußern. Dies, so glaube ich, sind wir dem Propheten schuldig.

Es reicht nicht alleine zu sagen “wir lieben ihn über alles”. Ihn zu lieben, dabei aber keines seiner Lehren zu kennen geht über eine Heuchelei nicht hinaus. Eine noch größere Respektlosigkeit ist aber mit Sicherheit, Sachen über unseren Propheten zu lesen, die nicht der Wahrheit entsprechen. Es gibt genügend Bücher, die hierzu fundiertes Wissen anbieten. Auch der deutsche Leser ist von diesen Quellen größtenteils nicht ausgeschlossen. Wir sollten aufhören, einen fiktiven Propheten zu lieben. Es sollte uns klar sein, dass der Prophet immer die Betonung darauf gelegt hat, dass er, also sowohl ein Geschöpf Allahs (Diener ist glaube ich nicht als Ausdruck angemessen) als auch sein Prophet ist. Zu übersehen, dass der Prophet seine Menschlichkeit betont, würde auch seine ganze Lehre in eine fiktive Lehre führen.

Die Muslime heute können nur einen Islam praktizieren, den auch der Prophet mit seinen Freunden vor vierzehnhundert Jahren praktiziert hat. So ist auch eine Lektüre über das Leben und das Verstehen der engsten Freunde des Propheten für uns obligatorisch. Nur so lässt sich eine legitime Assoziation mit unserer Zeit durchführen. Es bleibt also letztendlich an uns. Es sollte nicht Ziel unserer Lektüre sein, den “anderen” die eigene Kompetenz zu zeigen. Vielmehr ist es für uns persönlich gedacht.

 

Quelle: NUN – Ausgabe 4, Mai/Juni 2006

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