Muslimwelt

Wissen schafft Frieden

„Moderner Islam“

Posted by muslimwelt - November 3, 2007

Was die sogenannten modernen Muslime betrifft, so bin ich dieser Richtung gegenüber äußerst skeptisch, da ich den Eindruck habe, daß solche Leute zu viele Abstriche vom Islam machen und ihn zu sehr verwässern, nur um ihn den politischen und gesellschaftlichen Umständen im Abendland anzupassen und um von der pluralistischen„freiheitlich-demokratischen“ Mehrheitsgesellschaft akzeptiert zu werden, was letztlich unmöglich ist, da Allah, der Erhabene, sagt: „Weder die Juden noch die Christen werden mit dir zufrieden sein, bis du ihrem Glaubensbekenntnis folgst“ [Qur’ân,Sûra 2 al-Baqara 120], wobei die heutigen säkularisierten Angehörigen der Offenbarungsreligionen, die ja in Wirklichkeit nicht mehr ihre jeweilige Religion richtig leben und praktizieren, mit den Muslimen erst dann zufrieden sein werden, wenn diese wie sie geworden sind, d.h., wenn sie ihre muslimische Identität abgelegt haben und den Islam nicht mehr oder nur sehr wenig praktizieren. Die hier im arabischen verwendete Verneinungspartikel „lan“ für das Futur drückt die Unmöglichkeit aus, also die Unmöglichkeit, daß sie die Muslime als Ihresgleichen akzeptieren, solange diese nicht ihre muslimische Identität abgelegt haben.

 

Da bei den muslimischen Religionsgelehrten Konsens darüber besteht, daß es für die muslimische Frau Pflicht ist, in der Öffentlichkeit und vor fremden Männern ihr Haupthaar zu bedecken, und die meisten praktizierenden muslimischen Frauen im Abendland angesichts des von der nichtmuslimischen Gesellschaft ausgeübten Assimilierungsdrucks darauf antworten, bewußt das Kopftuch zu tragen, ist es kontraproduktiv, wenn eingedeutschte Türkinnen, wie Lale Akgün, fälschlicherweise behaupten, es sei für die muslimische Frau nicht Pflicht ihr Haar zu bedecken, und andere Muslimas dazu aufrufen, das Kopftuch abzulegen. Aus Frau Akgüns Worten ist jedenfalls ersichtlich, daß sie den Islam nicht verstanden hat. Irgendwo sagte eine anscheinend aus dem Maghrib stammende Frau einmal, daß sie von der deutschen Gesellschaft nicht aufgenommen worden sei, obwohl sie ihr Haar nicht bedeckt hatte, was sie dann dazu veranlaßte, erst recht das Kopftuch zu tragen. Doch solche Dinge sind, obwohl äußerliche Erkennungszeichen, eigentlich zweit- oder drittrangig, und ein anderer deutscher Muslim beklagt sich zu Recht darüber, daß durch diesen leidigen Streit das Kopftuchtragen überbewertet und gewissermaßen zur „sechsten Säule“ des Islam gemacht worden sei.

 

Im Vorwort eines Buches mit dem Titel „ Der Mensch und das Universum – eine islamische Perspektive“, des südafrikanischen Verfassers Mostafa Badawi, das aus dem Englischen ins Deutsche ich zu übersetzen angefangen habe, heißt es im Vorwort:

 

 „Die Fähigkeit, zwischen dem zu unterscheiden, was islamisch unannehmbar ist, und dem, was ohne Schaden angepaßt werden kann, muß auf einer festen Bandbreite von Prinzipien gründen. Leider haben die meisten Muslime jetzt das Stadium erreicht, in dem sie sogar nicht mehr wissen, was Grundsätze sind. Die wenigen Versuche, die in den letzten Jahren gemacht worden sind, um islamisches Wissen in für die heutige Denkart verständlichen Ausdrucksweisen neu zu formulieren, sind wegen dieses Mangels ins Stottern geraten. Zahlreiche „gebildete“ Leute glauben heute, daß die flüchtigste Kenntnis der Religion ihnen das Recht gibt, in deren Namen und im Widerspruch zu anerkannten religiösen Autoritäten zu sprechen. Solche Leute haben bereits gewaltige Schnitzer gemacht. “

 

Auch die Unterscheidung zwischen „aufgeklärtem“ Islam und nichtaufgeklärtem oder „demokratischem“ und undemokratischem ist abwegig und absurd. Die Aufklärung ist eine geschichtliche Entwicklung, die im Abendland auf Grund der Rolle der beiden christlichen Kirchen stattgefunden hat, während es im Islam keine Kirche gibt, deren Macht wegen Mißbrauchs hätte beschnitten werden müssen. Im Zuge der Bibelkritik sind die Christen von heute zu der Meinung gelangt, daß ihre heilige Schrift nicht wortwörtlich von Gott geoffenbart, sondern von Menschen allenfalls unter dem Einfluß göttlicher Eingebung mit ihren eigenen Worten niedergeschrieben worden ist, während es im Islam als unabdingbare Glaubensgrundlage gilt, daß der Qur’ân, Gottes Wort in arabischer Sprache, wortwörtlich geoffenbart und unverfälscht bis heute überliefert ist, was von den modernen Wissenschaften sogar bestätigt und nicht widerlegt wird. Daher sind die Offenbarungsschrift des Islams und die als authentisch überlieferten Worte des Gesandten Allahs – Allah segne ihn und gebe ihm Heil – selbst eine Aufklärung, die keiner von Menschen erdachten Aufklärung bedarf. Der Islam schreibt keine bestimmte Staatsform in Einzelheiten vor, hat aber das Prinzip der gegenseitigen Beratung vor einer Beschlußfassung, was auch ein Element einer demokratischen Ordnung ist, während die westlichen Demokratien bereits ihre Mängel aufgedeckt haben, so daß sie den sich nach Befreiung von ihren restriktiven Regierungen sehnenden muslimischen Völkern nur schwer als Vorbild dienen können. Es würde den Rahmen meines Schreibens hier sprengen, darzulegen, warum ich das System in

Deutschland nicht für wirklich demokratisch und mit einem islamischen System für unvereinbar halte.

 

 

Die Forderung des französischen Gesprächspartners Abdennour Bidar, im Qur’an müßten einige Stellen, die der Charta der „universellen“ Menschenrechte widersprächen, weggelassen werden, ist als ein Akt des Unglaubens anzusehen, da nach der islamischen Lehre der Qur’an Gottes wortwörtlich offenbartes Wort ist, dessen darin enthaltene Vorschriften zeitlos und universell sind und nicht nur im Bezug zu einem historischen Hintergrund gesehen werden dürfen, der heute keine Gültigkeit mehr hat. Entweder lege ich dafür Zeugnis ab, daß die von Gott selbst gestiftete Ordnung, wie sie in den Quellen des islamischen Rechts verankert ist, richtig und gerecht ist, und bin damit Muslim, oder ich stelle eine von Menschen gemachte Ordnung über sie, und bin damit kein Muslim, da ich dadurch Gott die Eigenschaft abspreche, gerecht zu sein und zu wissen, was für Seine Geschöpfe richtig und angemessen ist, und mich und andere Seiner Geschöpfe für klüger und gerechter halte als den Schöpfer und Herrn selbst.

 

Quelle: http://www.tauhid.net/modernerIslam.html

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Eine Antwort to “„Moderner Islam“”

  1. gustavstaedtler said

    DER ALLMAECHTIGE GOTT IST IMMER UP TO DATE.
    Was also ist moderner ISLAM.?
    Gustav Staedtler.

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