Muslimwelt

Wissen schafft Frieden

Ein Muslim kann niemals radikal sein

Posted by muslimwelt - November 2, 2007

Es gibt eine andere Idee, die wir zusammen mit der Idee des Terrors überprüfen müssen; nämlich das Phänomen des Radikalismus.

Radikalismus bedeutet, plötzliche, revolutionäre und zerstörerirische Änderungen zu unterstützen und in dieser Hinsicht eine strenge und kompromisslose Politik zu betreiben. Radikale wollen Änderungen durch die Mittel der Revolution erreichen und verhalten sich oft aggressiv.

Wie in jedem Bereich des Lebens, ist auch hier der Quran Wegweiser des Muslim. Wenn wir den Quran betrachten, sehen wir, dass Radikalismus nicht übereinstimmt mit dem Lebensstil, den Allah dem Muslim befiehlt. Wenn Allah den Gläubigen im Quran beschreibt, stellt Er ihn als eine liebevolle, gutmütige Person dar, die Konflikte und Streit vermeidet und die selbst an die unfreundlichsten Menschen mit Herzlichkeit und in Freundschaft herantritt.

Eines der Beispiele zu diesem Thema ist der Befehl von Allah an Moses und Aaron, zu Pharao zu gehen und mit ihm „auf freundliche Weise“ zu sprechen.

Geht beide zu Pharao. Siehe, er überschreitet das Maß. Doch sprecht mit ihm auf freundliche Weise. Vielleicht lässt er sich ermahnen oder lernt, (Mich) zu fürchten. (Quran, 20:43-44)

Pharao war einer der grausamsten und rebellischsten Ungläubigen seiner Zeit. Er war ein Despot, der sich Gott verweigerte und Götzen anbetete; außerdem unterwarf er die Muslime (die Israeliten dieser Zeit) den schrecklichsten Grausamkeiten bis hin zum Mord. Allah jedoch befahl Seinen Propheten, zu einem solch feindlichem Mann zu gehen und mit ihm auf freundliche Weise zu sprechen.

Beachten Sie bitte, dass die Art und Weise, die Allah befahl, nicht darauf angelegt war, den Konflikt zu verschärfen, sondern dass der Prophet bemühte, einen freundlichen Dialog zu beginnen.

Es gibt noch einige andere Beispiele im Dialog zwischen dem Propheten Schuayb und der ungläubigen Gesellschaft, die dem Muslim Mittel und Wege aufzeigen. Dieser Dialog wird im Quran folgendermaßen berichtet:

Und zu den Leuten von Madyan (entsandten wir) ihren Bruder Schuayb. Er sprach: „O mein Volk! Dient Allah! Ihr habt keinen anderen Gott als Ihn. Und verkürzt nicht Maß und Gewicht. Fürwahr, ich sehe, dass es euch gut ergeht, gleichwohl fürchte ich für euch die Strafe eines allumfassenden Tages.

O mein Volk! Gebt rechtes Maß und Gewicht und enthaltet den Leuten nicht vor und richtet auf Erden kein Unheil an.

Allahs Rest ist das beste für euch, falls ihr gläubig seid. Doch ich bin nicht euer Hüter.“

Sie sagten: „O Schuayb! Bedeutet dein Gebot, dass wir aufgeben sollen, was unsere Väter anbeteten, und dass wir mit unserem Vermögen nicht nach Belieben schalten und walten sollen? Du bist doch immer nachsichtig und rechtdenkend!“

Er sprach: „O mein Volk! Was meint ihr? Ich habe doch einen deutlichen Beweis von meinem Herrn und Er hat mich von Sich aus schön versorgt. Anders als ihr möchte ich keineswegs selbst tun, was ich euch untersagt habe. Ich will nicht anderes als euere Besserung, so weit ich es vermag. Und mein Erfolg liegt allein bei Allah. Auf Ihn vertraue ich, und Ihm wende ich mich zu. (Quran, 11:84-88)

Wenn wir diese Gespräche lesen, sehen wir, dass der Prophet Schuayb die Menschen zum Glauben an Gott und zu moralischem Verhalten in einer ganz freundlichen und bescheidenen Weise aufgefordert hat. Wir können einige der Aussagen in den Versen so erklären:

· „Doch ich bin nicht euer Hüter.“: Mit diesen Worten sagt er den Menschen, dass er sie nicht beherrschen möchte, und betont, dass seine einzige Absicht ist, ihnen die Wahrheit zu bringen.

· „Du bist doch immer nachsichtig und rechtdenkend!“: Diese Worte der Ungläubigen zu Schuayb zeigen uns, dass er einen gemäßigten, freundlichen und höflichen Charakter hat und dass dieser auch von den Ungläubigen angenommen wird.

· „O mein Volk! Was meint ihr?“: Diese Äußerung von Schuayb zeigt uns, dass er die Ungläubigen auffordert, ihre Intelligenz und Gewissenhaftigkeit zu benutzen. Das heißt, er spricht mit ihnen nicht in herrischer, rechthaberischer Weise, sondern lädt sie zum Nachdenken und zur Gewissenhaftigkeit ein, indem er Sie nach ihren Ideen fragt.

· „Anders als ihr möchte ich keineswegs selbst tun, was ich euch untersagt habe.“: Das Verbot von Schuayb hier ist nicht wirklich ein Verbot. Er fordert die Menschen dazu auf, von ihrem Fehlverhalten abzulassen, indem er erklärt, dass manche Taten sündhaft sind. Wenn Schuayb sagt „Anders als ihr möchte ich keineswegs selbst tun“, betont er, dass er nicht streiten will, sondern er möchte sie zum Glauben und zu moralischem Verhalten auffordern.

Wenn wir den Quran lesen, sehen wir, dass alle Propheten ein warmherziges, freundliches und tolerantes Wesen an den Tag legen. Allah beschreibt Abraham im Quran wie folgt: „…Abraham war fürwahr mitleidsvoll und milde.“ (Sure at-Tauba. 9:114). Ein Vers, in dem die Moral unseres Propheten Muhammad beschrieben wird, lautet so:

„Und dank der Barmherzigkeit Allahs warst du gütig zu ihnen. Wärst du aber grob und hartherzig gewesen, so wären sie von dir davongelaufen. Darum vergib ihnen und bete für sie um Verzeihung… (Quran, 3:159)

Eine offensichtliche Eigenschaft des Radikalismus ist die agitierende, die „zornige“ Sprechweise. Diese Sprechweise findet sich in den Reden, Schriften und bei Veranstaltungen radikaler Menschen. Jedoch ist der Zorn nicht ein Attribut des Muslims. Wenn Gott im Quran die Gläubigen beschreibt, befiehlt er folgendermaßen:

„Die da spenden in Freud und Leid und den Zorn unterdrücken und den Menschen vergeben – und Allah liebt die Gutes Tuenden -. (Quran, 3:134)

Es gibt keine Situation, in der ein Muslim in Zorn gerät. Das einzige, was ein Muslim von anderen Menschen verlangt, ist, dass sie an Gott glauben und entsprechend der Quranischen Moral leben, aber dies ist nur durch die Gnade Gottes‘ möglich. Egal, was wir tun oder wie wir versuchen, den Menschen die Wahrheit zu erklären, die Herzen der Menschen sind in den Händen von Gott. Gott erinnert mit folgendem Vers die Muslime an diese wichtige Tatsache:

… Wissen die Gläubigen etwa nicht, dass Allah alle Menschen rechtleiten würde, wenn Er es Wollte?… (Quran, 13:31)

Ein anderer Vers, der die selbe Tatsache erwähnt, ist der folgende:

Und wenn dein Herr es gewollt hätte, wären alle auf Erden allesamt gläubig geworden. Willst du etwa die Leute zwingen, gläubig zu werden? (Quran, 10:99)

Aus diesem Grund ist die Aufgabe eines Muslims, nur die Wahrheit mitzuteilen, die Menschen zur Wahrheit einzuladen. Ob die Menschen diese Einladung annehmen oder ablehnen, geht nur ihr Gewissen an. Allah betont diese Tatsache im Quran und führt aus, dass es „keinen Zwang im Glauben“ gibt:

Kein Zwang im Glauben! Klar ist nunmehr das Rechte vom Irrtum unterschieden. Wer die falschen Götter verwirft und an Allah glaubt, der hat den festesten Halt erfasst, der nicht reißen wird. Und Allah ist hörend und wissend. (Quran, 2:256)

Folglich kann kein Zwang ausgeübt werden, damit die Menschen zu Gläubigen werden, damit die Gläubigen den Befehlen von Gott folgen und sich vor den Sünden hüten. Man kann die Menschen nur ermahnen. Allah erklärt in einigen Versen, die Er unserem Propheten offenbart hat, dass Muslime keinen Zwang ausüben sollen:

Wir wissen wohl, was sie sagen; doch du kannst sie nicht zwingen. Darum ermahne mit dem Quran alle, die Meine Drohung fürchten. (Quran, 50:45)

Sprich: „O ihr Menschen! Nun ist die Wahrheit von euerem Herrn zu euch gekommen. Wer da geleitet ist, der ist nur zu seinem eigenen Besten geleitet; und wer irregeht, der geht nur zu seinem eigenen Schaden irre. Und ich bin nicht euer Sachwalter.“ (Quran, 10:108)

Da Muslime nichts erzwingen und nichts unterdrücken, und da sie dafür verantwortlich sind, auch mit den Ungläubigen auf freundliche Weise zu sprechen und ihren Glauben mitzuteilen, können sie nicht „radikal“ sein. Denn Radikalismus verteidigt und ermutigt das Gegenteil dieses Verhaltens. In der Tat ist Radikalismus eine antiislamische Denkweise und ein politisches Vorgehen. Wenn wir die sozialen Phänomen überprüfen, die dem Radikalismus zugrunde liegen, wird deutlich, dass diese im Allgemeinen eine Ansammlung der Methoden und Äußerungen, die von den Kommunisten in einer früheren Zeit verwendet wurden, oder ein Ausdruck „des blinden Eifers der Unwissenheit“ (Quran, 48:26) sind, die mit dem wahren Islam nichts zu tun haben.

Muslime sollen eine ärgerliche, Spannung erzeugende, streitsüchtige Haltung vollständig zurückweisen, da sie der Natur des Quran zuwiderhandelt und stattdessen eine freundliche, liebenswürdige, tolerante, ruhige und friedvolle Haltung annehmen. Muslime sollen Vorbild sein und wegen ihrer Reife, Toleranz, Mäßigung, Bescheidenheit und Friedfertigkeit bewundert werden. Auch in der Wissenschaft, der Kultur, Kunst, Ästhetik und Sozialordnung müssen Muslime den Islam in der bestmöglichen Weise leben und ihn in der Welt repräsentieren.

Der Weg, den Islam anderen zu erklären und ihn gegen die Ideen zu verteidigen, die ihm wesensfremd sind, wurde oben zusammengefasst. Im folgenden Vers sagt uns Allah, welches Verhalten ein Muslim im Hinblick auf andere annehmen muss:

Lade zum Weg deines Herrn mit Weisheit und schöner Ermahnung ein, und diskutiere mit ihnen auf die beste Art und Weise. Siehe, dein Herr weiß am besten, wer von Seinem Weg abgeirrt ist, und Er kennt am besten die Rechtgeleiteten. (Quran, 16:125)

Quelle :www.harunyahya.de

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