Muslimwelt

Wissen schafft Frieden

Der Pazifismus im Islam

Posted by muslimwelt - Oktober 24, 2007

Gemäß dem Quran sollte nur dann ein Krieg begonnen werden, wenn es unvermeidlich ist, und es müssen dabei bestimmte menschliche und moralische Werte unbedingt eingehalten werden. Denn der Krieg ist eine “unerwünschte Notwendigkeit”.

In einem Vers heißt es, dass diejenigen, die Kriege verursachen, Ungläubige sind und dass Allah Kriege nicht billigt:

…Jedesmal, als sie ein Feuer zum Krieg angezündet haben, hat Allah es ausgelöscht. Und sie bemühen sich auf der Erde um Verderben. Doch Allah liebt nicht die Verderben-Anrichtenden. (Sure al-Mâ’ida: 64)

Eine genauere Untersuchung des Lebens des Propheten Muhammad zeigt, dass der Krieg eine Methode ist, die nur in unvermeidbaren Situationen zu defensiven Zwecken anzuwenden ist.

Die Offenbarung des Quran durch den Propheten Muhammad dauerte 23 Jahre. Während der ersten 13 Jahre dieser Phase lebten die Muslime als Minorität unter heidnischer Herrschaft in Mekka und sahen sich viel Unterdrückung gegenüber. Viele Muslime wurden belästigt, misshandelt, gequält, und sogar ermordet, ihre Häuser und ihr Besitz wurden geplündert. Trotzdem führten die Muslime eine Leben in Frieden und ohne Zuflucht zu irgendeiner Gewalttätigkeit zu nehmen und riefen die Heiden immer zum Frieden auf.

Als die Unterdrückung durch die Heiden unerträglich eskalierte, wanderten die Muslime zur Stadt des Yathrib aus, die später in Medina umbenannt wurde, wo sie ihre eigene Ordnung in einer freundlicheren und freieren Umgebung schaffen konnten. Ihr eigenes politisches System forderte sie nicht dazu auf, die Waffen gegen die aggressiven Heiden von Mekka zu erheben. Erst nach der folgenden Offenbarung befahl der Prophet seinen Anhängern, sich auf den Krieg vorzubereiten:

Erlaubnis (zur Verteidigung) wurde denjenigen, die bekämpft werden, erteilt, weil ihnen Unrecht zugefügt wurde. Und gewiß, ALLAH ist doch allmächtig, ihnen zum Sieg zu verhelfen; jenen, die schuldlos aus ihren Häusern vertrieben wurden zu Unrecht, nur weil sie sagen: “Unser Herr ist Allah!”… (Sure al-Hadsch: 39-40)

Kurz gesagt; den Muslimen wurde erlaubt, Krieg zu führen, nur weil sie unterdrückt und Gewalttätigkeit ausgesetzt waren. Allah erlaubte den Krieg nur zu defensiven Zwecken. In anderen Suren werden die Muslime vor unnötigen Provokationen oder unnötiger Gewalttätigkeit gewarnt:

Und bekämpft auf Allahs Pfad, wer euch bekämpft, doch übertretet nicht. Siehe, Allah liebt nicht die Übertreter. (Sure al-Baqara: 190)

Nach der Offenbarung dieser Suren kam es zu Kriegen zwischen Muslimen und heidnischen Arabern. In keinem dieser Kriege waren jedoch die Muslime die provozierende Seite. Ausserdem schuf der Prophet Muhammad eine sichere und ruhige soziale Umgebung für Muslime und Heiden, indem er einen Friedensvertrag (Hudaybiya) schloss, in dem die meisten Forderungen der Heiden erfüllt wurden. Die Gruppe, die die Bedingungen der Vereinbarung verletzte und einen neuen Krieg begann, waren wieder die Heiden. Die Anzahl der muslimischen Gläubigen erhöhte sich sehr rasch und die islamische Armee wurde so stark, dass die heidnischen Araber ihr nicht widerstehen konnten. Prophet Muhammad zog gegen Mekka und eroberte die Stadt ohne das geringste Blutvergießen. Er hätte Rache an den heidnischen Führern der Stadt nehmen können, wenn er es gewollt hätte. Jedoch tat er keinem etwas zuleide, verzieh ihnen, behandelte sie mit der äußersten Toleranz und gestattete ihnen Glaubensfreiheit. Heiden, die später aus freiem Willen zum Islam übertraten, bewunderten den noblen Charakter des Propheten.

Die islamischen Grundregeln, die Allah im Quran verkündet, erklären diese ruhige und gemäßigte Politik des Propheten Muhammad. Im Quran befiehlt Allah den Gläubigen, selbst die nicht-Muslime freundlich und gerechtigt zu behandeln:

…Allah verbietet euch nicht, gegen die gütig und gerecht zu sein, die euch nicht wegen eueres Glaubens bekämpft oder euch aus eueren Häusern vertrieben haben. Allah liebt fürwahr die gerecht Handelnden. Allah verbietet euch nur, mit denen Freundschaft zu schließen, die euch des Glaubens wegen bekämpft oder euch aus eueren Wohnungen vertreiben oder bei euerer Vertreibung geholfen haben… (Sure al-Mumtahina: 8-9)

Die obigen Verse spezifizieren die Ansicht eines Muslims gegenüber nicht-Muslimen: Ein Muslim sollte alle nicht-Muslime freundlich behandeln und nur vermeiden, mit denen Freundschaft zu schließen, die Feindschaft gegen den Islam hegen. Führt diese Feindschaft zu heftigen Angriffe gegen Muslime, das heisst, falls ein Krieg gegen sie geführt wird, dann sollten Muslime darauf gerecht reagieren, indem sie menschlichen Maße an die Situation anlegen. Alle Formen von Barbarismus, nicht notwendige Gewaltaten und ungerechte Angriffe werden vom Islam verboten. In einem anderen Vers warnt Allah die Muslime vor diesen Ausschreitungen und erklärt, dass der Zorn auf ihre Feinde sie nicht veranlassen sollte, ihnen Unrecht anzutun:

Ihr, die den Glauben verinnerlicht habt! Steht in Gerechtigkeit fest, wenn ihr vor Allah bezeugt. Der Haß gegen (bestimmte) Leute verführe euch nicht zu Ungerechtigkeit. Seid gerecht, das entspricht mehr der Gottesfurcht. Und fürchtet Allah. Siehe, Allah kennt euer Tun. (Sure al- Mâ’ida: 8)

Quelle: http://www.harunyahya.de

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