Muslimwelt

Wissen schafft Frieden

Der Islam ist Gegner der NPD

Posted by muslimwelt - Oktober 5, 2007

Immer wenn die Verbalmunition gegen Muslime zeitweilig ausgeht, wird die „Verbindung“ zwischen „Rechten“ und dem „Islam“ hervorgekramt, wie einmal mehr in diesem Sommerloch. Doch der Islam ist einer der wenigen verbliebenen glaubwürdigen Gegner von Rassisten.

Die FAZ hat es einmal mehr vorgemacht: In ihrem sehr ausführlichen Artikel „Islamisten und die NPD – Etwas mehr Kopftuch auch für deutsche Mädel“ soll wohl zumindest in Teilbereichen eine gewisse Nähe zwischen Muslimen und der NPD oder anderer „Rechtsradikaler“ impliziert werden:

npd.JPG

http://www.faz.net/s/….

 

Fairerweise muss man allerdings hinzufügen, dass dann auch auf die unüberwindbaren Gegensätze hingewiesen wird, wenn auch nicht ganz so ausführlich. Islamhasser beziehen sich auf diesen FAZ-Artikel und andere frühere Meldungen, die in regelmäßigen Abständen erfolgen, und machen daraus eine Kooperation zwischen NPD und Islam.

 

Das aber ist absolut unmöglich, denn der Islam wehrt sich weltweit gegen Rassismus und ist wohl die einzige verbliebene glaubwürdige Ideologie bzw. Religion, die sich für Gerechtigkeit in dieser Welt einsetzt.

Für einen Muslim, der die Geschwisterlichkeit auf Erden anstrebt und an die gemeinsame Herkunft von Adam und Eva glaubt, sind rassistische Schranken Ausdruck einer teuflischen Ideologie, zumal der Teufel in der entsprechenden Schilderung im Heiligen Qur’an seine angebliche „Überlegenheit“ auf seine „Abstammung“ zurückführt. Die meisten sich in den Islam vertieften Muslime gehen sogar einen deutlichen Schritt weiter und lehnen die Existenz von „Rassen“ mit „Rassengrenzen“ und „Mischlingen“ usw. als Irrglauben ab! Muslime glauben nicht daran, dass man Menschen nach „Rassen“ unterteilen kann! Der Ausweg einiger vorgeblicher Antirassisten, die zwar an Rassen „glauben“ aber alle Rassen für Gleichwertig einstufen, erachtet der Islam in letzter Konsequenz als Heuchelei. Es gibt keinen Unterschied zwischen den Menschen vor dem Schöpfer, außer in der Gottesehrfurcht, und das ist der einzige Maßstab, der zählt.

Entsprechend ist auch der Volksbegriff zwischen den „völkisch denkenden“ Rechten und Muslimen unvereinbar unterschiedlich! Während z.B. die NPD ein auf Blutsherkunft begründetes Volk mit einer Tradition, über die etwas Geist gestülpt wird, als „Volk“ versteht, ist der islamische Volksbegriff ausschließlich geistig definiert. Prophet Muhammad bildete u.a. zusammen mit dem Perser Salman Farsi (einem der Qur’an-Schreiber) und den schwarzafrikanischen Abessinier Bilal (dem ersten Gebetsrufer des Islam) ein „Volk“. Hingegen waren eine ganze Reihe seiner direkten Blutsverwandten seine Feinde, die ihn aus Mekka vertreiben wollten, und gehörten somit einem anderen „Volk“ an, obwohl sie nicht nur alle Araber sondern auch noch vom gleichen Stamm waren.

Der Islam beurteilt die Tradition eines Volkes nach Wahrheit und nicht umgekehrt. Sind die Elemente der Tradition wahrhaftig und damit menschenfreundlich, dann sind sie für alle Völker nützlich und weder „deutsch“ noch „orientalisch“. Sind sie hingegen falsch und menschenschädlich, so werden sie nicht besser dadurch, dass sie „deutsch“ oder „orientalisch“ sind. Nebenbei ist rassistisch orientierten Deutschtümmlern kaum bewusst, dass das angeblich „jüdisch-christliche“ Erbe alles andere als „deutsch“ ist! Wäre die Tradition der Maßstab und nicht die Wahrheit, dann müssten Deutsche heute noch Thor und Odin opfern. Ist hingegen die Wahrheit der Maßstab, dann kann diese nicht an eine „Nation“ gekoppelt sein. „Eine „deutsche Tugend“ sollte eine Tugend aller Völker sein, wenn sie wahrhaftig und menschenfreundlich ist, und kann somit dann auch kaum auf „Deutsche“ begrenzt werden. Und eine „Tugend“, welche manche Deutsche auf ihre Tradition beziehen, sollten auch Deutsche ablegen, wenn sie falsch und schädlich für die Menschen und Menschheit ist. Die Tatsache, dass es sich um die „eigene Kultur“ handelt, macht eine Tradition nicht besser.

Araber hatten z.B. vor dem Islam die Tradition, neu geborene Mädchen lebendig zu begraben. Der Islam hat jene „Tradition“ scharf verurteilt und bekämpft. Auch dafür wurde Prophet Muhammad von den „Traditionalisten“ gehasst. Ähnliche unmenschliche Sitten gibt es aber in allen „Volkstraditionen“ – wenn auch im unterschiedlichen Ausmaß – die es abzuschaffen gilt.

Als Hauptargument für die angebliche Nähe von NPD und Muslimen wird die Gemeinsamkeit in der Ablehnung von Israel, Imperialismus und Kapitalismus in seiner heutigen Form benannt. Manche gehen sogar so weit, dass sie beiden gemeinsamen Antisemitismus vorwerfen. Während aber der Antisemitismus derartiger „Rechter“ oft rassistisch motiviert ist, ist die Gegnerschaft der Muslime gegen das Judentum ausschließlich auf Israel zurückzuführen. Das fehlende und zu bedauernde Differenziervermögen mancher Muslime zwischen Judentum und Israel bzw. Zionismus ist auch darin begründet, dass beides in der Westlichen Welt oft gleichgesetzt wird. Unglaubliche Aufwendungen der Propagandisten, den Islam als auf die eigenen Heiligen Schriften zurückzuführenden Feind des Judentums darstellen zu wollen, sowie unglaubliche geradezu volksverhetzende Äußerungen einiger Intellektueller diesbezüglich in jüngster Zeit, können nichts darüber hinwegtäuschen, dass Muslime und Juden gemeinsam die Kreuzzüge überstanden haben und viele Juden Zuflucht bei Muslimen vor den Nazis gefunden haben. Und sie werden auch weiterhin eine friedliche gemeinsame Zukunft haben, wenn alle rassistischen Tendenzen auf allen Seiten in der Region überwunden sind.

Unabhängig von all jenen Fakten muss aber auch immer wieder in aller Deutlichkeit und aller Schärfe darauf hingewiesen werden, dass die NPD (und andere) selbst ganz offen zugeben, dem Islam gegenüber feindlich gesonnen zu sein, was manche Muslime zu übersehen scheinen. Das kann heute noch auf ihren eigenen Internetseiten unmissverständlich anviele stellen nachgelesen werden, wie z.B.:

„Diese partielle Wertschätzung des Islam darf aber nur vorübergehender und taktischer Natur sein, um in einer Zeit, in der die Völker von den Globalisten durch den Vermischungswolf gedreht werden, eine wichtige Integrationsbremse zu haben. Kein Nationalist darf daran zweifeln, daß der Islam in Europa eine Fremd- und Feindreligion ist. Eine Fremdreligion, weil er Religion und Politik zu einem Religionstotalitarismus verschmilzt, an dessen Ende ein Regime von Gottesgelehrten steht, was jeder europäischen Geistes- und Staatstradition widerspricht. Und eine Feindreligion ist der Islam für den Nationalisten, weil er – wie sein amerikanischer Gegenspieler – von einem aggressiven Missionarismus getragen wird. Die Muslime haben nämlich neben der Verteidigung des Islam, was völlig legitim ist, auch die religiöse Pflicht, die Welt der Ungläubigen zu unterwerfen, bis der Islam auf dem gesamten Globus herrscht.“

Quelle:

http://www.npd.de/index.php?sek=0&pfad_id=9&cmsint_id=1&detail=309

Neben der offenen Erklärung der Feindschaft werden zudem die üblichen anti-islamschen Klischees bedient. Wollte man böswillig sein, könnte man aufgrund solcher Äußerungen eine Nähe zwischen NPD und Zionismus herstellen, die teilweise ähnliche Gedanken verbreitet. Das ist aber wäre keine legitime Vorgehensweise, weder gegenüber dem Islam noch gegenüber dem Zionismus.

Die Hinweise mancher NPDler, dass solche Meinung nur eine unter viele sei, ist da wenig glaubhaft. Aber selbst wenn es so wäre, ist es immerhin eine auf der offiziellen Seite und innerhalb der NPD zugelassene Meinung und verdeutlicht mehr als hinreichend, dass die NPD (und viele ähnlich ausgerichtete „Rechte“) genau jene Meinung mit vertritt! Eine Partei, Ideologie oder Gedankenwelt, die eine derart offen formulierte Feindschaft gegen den Islam in den eigenen Reihen duldet, kann niemals irgendeine Nähe zum Islam erreichen! Die Tatsache, dass in manchen außenpolitischen Angelegenheiten scheinbare Übereinstimmung herrscht, ist zudem absurd, da die veröffentlichten Absichten dahinter völlig verschieden sind und im Islam die Taten nach den Absichten beurteilt werden.

Bleibt aber die Frage, warum manche Muslime dennoch mit manchen NPDlern sprechen. Im genannten FAZ-Artikel wird dazu ein altes vom Muslim-Markt geführtes Interview mit Andreas Molau einer Führungsperson der NPD, herangezogen.

Zunächst ist dazu einmal festzustellen, das friedliebende Menschen mit jedem sprechen, selbst mit dem ärgsten Feind! Es sind nicht selten die Kriegstreiber dieser Welt, die auf der einen Seite das Reden miteinander ablehnen und gleichzeitig aufeinander losgehen, im Kleinen wie im Großen. Das damals geführte Interview, dass auch heute noch einsehbar ist, lässt keinen Zweifel an den Unterschieden der Ideologien:

http://www.muslim-markt.de/interview/interview.htm

Es schadet aber nicht, diese in einem Gespräch zu benennen, friedlich zu benennen und authentisch zu benennen. Aus eigener Erfahrung wissen Muslime, was herauskommt, wenn externe „Experten“ alles möglich über einen schreiben, aber man selbst nicht zu Wort kommt.

Ein zweiter sehr wichtiger Aspekt besteht aber darin, dass der Islam und damit die Muslime an der Seite eines JEDEN Unterdrückten stehen, dem Unrecht widerfährt, unabhängig davon, ob es sich um einen Freund, Feind oder sonstwen handelt! Das genau unterscheidet den Islam fundamental von den anderen Ideologien! An der Seite von denen zu stehen, denen Unrecht widerfährt, ist ein Grundprinzip des Islam: „Unterdrückt nicht und lasst nicht Unterdrücken“.

Das entscheidende und auch einleitende Thema bei dem Molau-Interview war die Sippenhaft, in die seine Kinder geraten sind. Als Schüler der Waldorfschule wurden sie von der Schule verwiesen, weil der Vater ein NPDler ist. Genauso wurden in Österreich die Kinder der Jüdin Lea Rosenzweig von der jüdischen Schule verwiesen, weil ihr Vater gegen Israel ist. In beiden Fällen haben die „etablierten“ Medien die Kinder absolut im Stich gelassen! Sie haben damit letztendlich die heute noch praktizierte Sippenhaft, die ein Unrecht an unschuldigen Kindern ist, faktisch mitgetragen! Der Muslim-Markt hingegen hat es thematisiert, auch an der Seite eines NPDlers, der eine Ideologie vertritt, die Muslime lieber ins Ausland vertreiben will.

Jeder, der ein Minimum Herz hat, wird erkennen, welch Menschlichkeit im Islam besteht. Und diejenigen, die diese Ideologie befolgen, versuchen das zu leben, mit allen Schwächen der Menschen, die Fehler begehen, und mit Inkaufnahme aller Angriffe, die gegen Vertreter von Gerechtigkeit übergreifend veröffentlicht werden.

Bliebe noch die Frage, warum wir denn „nur“ den „Feinden“ auf NPD-Seite Gespräche angeboten haben und nicht auch z.B. proisraelischen Zionisten. Das genau ist eine Fehlannahme. Wir haben selbst einigen wortführenden Zionisten, die sehr gerne bei vielerlei Gelegenheit über den Muslim-Markt schreiben – oder sollt man lieber sagen „hetzen – schriftlich angeboten, die zionistische Position in einer fairen Auseinandersetzung mit „Islamisten“ darzulegen! Wenn wir Israel als Unrecht empfinden, dann sollte er (oder sie) sachlich begründen, warum Israel doch rechtens ist und warum ein „Judenstaat“ nicht rassistisch sei. Wir wollten unser Konzept eines Staates von gleichberechtigten Juden, Christen und Muslimen gegenüber stellen. Der Leser hätte sich dann entscheiden können. In einem anderen Fall haben wir einem bekannten Prozionisten angeboten, zumindest zu erörtern, wie ein friedliches Nebeneinander in Deutschland möglich sein sollte und muss, und wie man Hindernisse ausräumen kann. Bisher aber ist kein Zionist auf diese Gesprächsangebote eingegangen, das nach wie vor besteht!

In solch einer Ablehnung steckt oft der Gedanke und die Ideologie, dass man selbst die „überlegene“ Ideologie vertritt und das „Gegenüber“ sich zunächst dieser „überlegenen“ Ideologie in einem gewissen Maß anpassen muss, bevor man mit ihm redet. Solch eine Denkweise unterschiedet sich sehr wenig von derjenigen der NPD, die vorgibt, was „deutsch“ ist, und dazu zählt der Islam nachNPD-Definition nicht. Die gleichen NPDler hätten mit diesen Gedanken vor einigen hundert Jahren jeden Christen aus Deutschland vertreiben wollen.

Viele Muslime aber, und darunter auch der Muslim-Markt, reden mit JEDEM, der bereit ist, mit Muslimen in einer fairen Art und Weise zu reden. Des Öfteren wurden Redner des Muslim-Markt zu Veranstaltungen von Burschenschaften eingeladen, darunter auch schlagende Burschenschaften. Sie haben die Fahrtkosten bezahlt, und waren bereit, während der gesamten Veranstaltung auf den Ausschank von Alkohol zu verzichten. Es gab KEINERLEI Auflagen, was gesagt werden durfte und was nicht. Warum sollte man dann nicht zu ihnen gehen und ihnen erklären, dass Rassismus und „völkisches Denken“ auf Blutsbasis unmenschlich sind?

Das Gespräch miteinender ist immer besser als übereinander, unabhängig davon wie groß die Gegnerschaft zwischen den Gedanken ist. So sehr viele Muslime für ihre Gesprächsbereitschaft heute extreme Kritik hinnehmen müssen, so sehr sogar manche Muslime sich dann von ihnen distanzieren, so sehr wird man eines Tages erkennen, dass Gerechtigkeit nicht teilbar ist. Und auch das ungerecht behandelte Kinde eines NPDlers bedarf des Schutzes der gesamten Menschheit, selbst wenn die Mitgliedschaft des Vaters in der NPD das größte Verbrechen auf Erden wäre!

Muslime passen sich in ihrem legalen und erlaubten Handeln nicht der Mehrheitsmeinung oder dem lautesten Geschrei an, sondern der Wahrheit, selbst wenn sie dafür eines Tages vertrieben werden sollten. Der Prophet des Islam hat es vorgelebt.

Quelle MM 22.8.2007

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