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Welt Online:Endlich! Hunde müssen Kopftuch tragen

Posted by muslimwelt - September 29, 2007

Aufklärung oder Hetze

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Die Satire bedient sich häufig der Übertreibung, verzerrt Sachverhalte, vergleicht sie spöttisch mit einem Idealzustand und gibt ihren Gegenstand der Lächerlichkeit preis. Zu ihren Tonfällen gehören Ironie, Spott und Sarkasmus. Ziel der aufklärerischen Satire ist es auf gesellschaftliche und soziale Mißstände aufmerksam zu machen.

Die Verunglimpfung gefolterter Menschen und die Bildung von Stereotypen für eine Gruppe von Menschen, indem man ihr Handeln und tun auf wenige Eigenschaften reduziert und diese für die gesamte Gruppe projiziert, waren Methoden der Satire, die im europäischen Mittelalter und während der NS-Zeit, als Hetze gegen die Juden, permanent zur Anwendung kamen. Der Satireartikel vom 3. Mai mit dem Titel „Endlich! Hunde müssen Kopftuch tragen“ vom Herausgeber Welt Online bedient sich dieser Methode.

Dass aus den Reihen der WELT-Redaktion Hasstiraden gegenüber dem Islam und den Muslimen erscheinen, verwundert uns nicht. Was sollte man denn sonst von einer Zeitung, deren Mitarbeiter sich vertraglich verpflichten, die Interessen des Terrorstaates Israel zu verteidigen, erwarten?

Interessanter ist vielmehr die Reaktion der Justiz, der übrigen Medien und der Politik. Wo ist der Protest? Wo ist der Schutz von Minderheiten oder Glaubensüberzeugungen?

„Endlich! Affen sollten die Kippa tragen“ oder „Endlich! Schweine sollten das Kreuz tragen“ wären ja dem Niveau des WELT-Redakteurs entsprechende Überschriften. Stellen sie sich mal vor, wenn irgendein verrückt gewordener Journalist sich solche Überschriften für seinen „Satire“-Artikel geleistet hätte. Er und sein Chefredakteur müssten sich mit Sicherheit neue Beschäftigungen suchen. Aber selbstverständlich erst nachdem BILD, WELT, SPIEGEL und Focus sowie die Vorsitzende des Zentralrates der Juden und alle Politiker der Bundestages einen scharfen Protest eingelegt hätten.

Und dabei ist zu beachten, dass der geistige Müll, den der Autor in der Überschrift auswirft, nur einen kleinen Teil des Gesamtartikels darstellt.

Gleich zu Beginn verdreht der Artikel das Bild von Innenminister Schäuble, der die Internetüberwachung durchführen will und am liebsten alle Muslime unter Generalverdacht stellen würde, in sein Gegenteil um, indem er seine Frau mit einer Kopftuchtragenden Muslima vergleicht. So wird der Eindruck erweckt, als gehe man noch zu gutmütig mit den Muslimen um.

Auch vor Murat Kurnaz wird kein Halt gemacht. Er wurde über Jahre zu Unrecht festgehalten, mit kaum vorstellbaren Methoden gefoltert und viel zu spät freigelassen. Seine Person wird in dieser Satire auf sein äußerliches reduziert, um den Sarkasmus des Autors freien Lauf zu lassen.

Über dies hinaus werden die Muslime als Menschen dargestellt, die auf das Hände- abschlagen anderer und das Steinigen der eigenen Frauen stehen. Kurz und knapp, die Muslime sind Barbaren, Islamisten oder Terroristen, aber am liebsten beides mit gebrochen deutschem Akzent.

Das Ziel dieser Satire ist es nicht auf soziale oder gesellschaftliche Mißstände hinzuweisen. Denn das Händeabschlagen anderer und das Steinigen der eigenen Frau stellen ja bekanntlich nicht die Realität in Deutschland dar.

Die gesellschaftlichen und sozialen Mißstände in der heutigen Bundesrepublik sind vielmehr, dass sich mittlerweile Ehefrauen prostituieren lassen, Mädchen verbrannt im Koffer auf öffentlichen Plätzen finden lassen, Menschen, die in Geldsorgen sind, aus Verzweiflung Selbstmord begehen und Familien, die auseinander brechen.

Dieser Satire-Artikel aus der Welt Online verdient daher nicht das Attribut einer Satire der Aufklärung, sondern vielmehr der des europäischen Mittelalters. In der heutigen Zeit werden solche Artikel mit dem Attribut der Diskriminierung, Dämonisierung oder Hetze gekennzeichnet. Denn das Ziel dieses Artikels ist unverkennbar ein abschreckendes Bild über die Muslime und den Islam zu zeichnen, um das Bild im Verstand derer zu formen, die kein Bild über den Islam haben.

Derjenige der diesen unwürdigen Artikel geschrieben hat, verdient es nicht, der Autor einer Gesellschaft zu sein, die die Aufklärung für sich beansprucht. Noch weniger verdient er es, diese Gesellschaft aufklären zu wollen. Kurz gesagt, er ist sein Geld nicht wert. Und derjenige der sich solche Autoren erkauft und dutzende solcher Artikel in regelmäßigen Abständen verfassen lässt, ist es nicht Wert von einer aufgeklärten Gesellschaft unterstützt und beachtet zu werden.

In gleicher Weise müssen wir feststellen, dass die westlich-kapitalistische Gesellschaft sämtliche Grundrechte und Schutzmechanismen missachtet, wenn es um Muslime geht.

„[…] Schon wurde Hass aus ihrem Mund offenkundig, aber das, was ihr Inneres verbirgt, ist (weitaus) schlimmer […]! (Sura Ali Imran 3, Vers 118)

M§R

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