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Dänemark: Naser Khader gegen Islamphobie

Posted by muslimwelt - September 28, 2007

Jeder zehnte Däne könnte dem Muslim seine Stimme geben

Die politische Landschaft Dänemarks ist seit wenigen Tagen um eine wichtige Kraft reicher. Gründer der „Ny Alliance“ ist der arabische Einwanderer Naser Khader. Umfragen erstaunen: Jeder zehnte Däne will dem Muslim seine Stimme geben. Zusätzlich erwägen 20 Prozent, ob sie Khaders neue Partei bei den nächsten Wahlen 2009 unterstützen wollen, darunter traditionell bürgerliche wie linke Wähler.

Khader ist ein ehrgeiziger Mann. Er hat viel erreicht, seit er als zwölfjähriger Sohn einer syrisch-palästinensischen Einwandererfamilie nach Dänemark kam. Er studierte den Islam eingehend und hat sich seit 1984 in der linksliberalen Partei „Radikale Venstre“ hochgearbeitet. 2001 kam er als erster Einwanderer überhaupt ins dänische Parlament.

Jetzt hat der 43-Jährige mit der Gründung seiner „Neuen Allianz“ zum nächsten Sprung angesetzt. Khader verdankt seine Beliebtheit in Dänemark der Affäre um die Mohammed-Karikaturen, in der er sich als Vermittler profilieren konnte. Als im Nahen Osten dänische Flaggen brannten, gründete er den „Verein Demokratischer Muslime“. Damit unterstrich er, dass dänische Muslime keine Glaubensfanatiker sind.

Khaders Gegner in seiner bisherigen Partei, aber auch in der muslimischen Gemeinde, warfen ihm vor, den Karikaturenstreit für die eigene Karriere auszunutzen. „Khader arbeitet seit Jahren bewusst darauf hin, sich von seiner muslimischen Basis zu distanzieren. Von den Muslimen, mit denen ich zu tun habe, wird er keine Stimme bekommen“, sagt der Imam Abdul Petersen.

Wegen seiner Vermittlungseinsätze erhielt Khader Morddrohungen von Rechtsradikalen und von Islamisten. Wegen der psychischen Belastung musste er eine Zeit lang völlig aussetzen. Auch heute noch gilt sein Leben als bedroht. Deshalb steht er unter Personenschutz.

Khader, der gerne unterstreicht, dass er im Gegensatz zu vielen Einwanderern nicht „rot“, sondern „sozialliberal bis sozialkonservativ“ sei, betont, dass seine neue Partei sowohl eine linke als auch eine rechte Regierung unterstützen würde. Und genau das ist sein Trick. Indem er seine Dienste auch dem mithilfe der ausländerfeindlichen Dänischen Volkspartei (DF) regierenden Ministerpräsidenten Anders Fogh Rasmussen anbietet, möchte er den großen Einfluss der Rechtspopulisten vermindern. Seine bisherige Partei hatte eine Koalition mit Rasmussen stets abgelehnt.

Der Premier hieß Khaders Initiative bereits willkommen. Mit deren Hilfe könnte er schließlich den anrüchigen Ruf loswerden, mit der DF in einem Boot zu sitzen. Khader selbst spricht vom „Geben und Nehmen“. Zwar werde seine Partei eine humanere Ausländerpolitik einfordern, aber Muslime müssten auch selber aktiv ihren Beitrag leisten. (Quelle:André Anwar , DER STANDARD, Printausgabe 14.5.2007)

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